Firmen bieten verschiedene Schutzmöglichkeiten

Schonzeit für die Waschbären läuft ab: Jagd ab August

Kassel. Sie werden immer mehr, wagen sich in Innenstädte und haben jegliche Berührungsangst verloren: Waschbären haben die Häuser und Gärten in Kassel längst als Lebensraum erobert.

Im Internet tauchen zunehmend Videos und Fotos von den Tieren auf, wie sie zum Fenster hineinschauen, den Napf der Hauskatze leerfressen oder ganz selbstverständlich auf Straßen und in Gärten herumtollen.

In Europas Waschbär-Hauptstadt Kassel, wo ihre Zahl auf mehrere tausend Tiere geschätzt wird, sorgen die von ihnen angerichteten Schäden jedoch stets für Ärger und Diskussionen. Für Hausbesitzer, deren Dachdämmung etwa komplett zerpflückt wurde, hat der Spaß mit den possierlichen Bärchen ein Ende.

Auf das Problem haben sich Dachdeckerunternehmen im Raum Kassel eingestellt. Viele bieten inzwischen Hilfe bei der Bekämpfung und beim Schutz vor Waschbären an. Einige haben sich darauf spezialisiert und ihre Schutzvorrichtung (etwa an Fallrohren) sogar als Patent angemeldet.

Mit dem Monat Juli endet auch die in Hessen geltende Schonzeit für Waschbären. Ab 1. August dürfen die Tiere wieder bejagt werden. Die Jagdstatistik gibt wichtige Anhaltspunkte über die Verbreitung der Waschbären. Die Tendenz ist weiter steigend. Nach Angaben des Regierungspräsidiums wurden in der Saison 2015/2016 mehr als 14.000 Waschbären allein im RP-Bezirk Kassel getötet. Hessenweit waren es knapp 28.000 Tiere. Zum Vergleich: Zehn Jahre zuvor waren es noch rund 11.000 getötete Tiere. Bundesweit stieg die Zahl in diesem Zeitraum nach der Statistik des Jagdverbandes von rund 30.000 auf 128.000 getötete Waschbären an.

In Hessen kommt der Waschbär inzwischen in 78 Prozent aller Jagdreviere vor. Wegen der Verbreitung sehnen die Jäger das Ende seiner Schonzeit herbei. Hingegen lehnen Tierschützer die Bejagung ab. 

Rubriklistenbild: © picture-alliance/ dpa

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