Schreckschüsse bei Streit um Autokauf - Zehn Streifenwagen rückten aus

Kassel. Der eine drohte mit dem Messer, der Gegenüber zog die Gaspistole und gab Schüsse ab: So eskalierte am Donnerstagnachmittag ein Streit zwischen mehreren Männern auf dem Gelände eines Autohandels an der Sandershäuser Straße.

Zum Glück ging die Auseinandersetzung ohne Verletzte aus, berichtet die Polizei.

Nachdem Anwohner gegen 17.25 Uhr die Polizei über die Schüsse informiert hatten, rückten zehn Funkwagen an die Sandershäuser Straße aus. Offenbar ging es bei dem Streit auf dem Geländes des Autohandels um eine Geldforderung von 27 000 Euro, teilte Polizeisprecher Wolfgang Jungnitsch mit. Für diesen Preis hatte ein Käufer vor Kurzem vom 45-jährigen Onkel des 25-jährigen Autohändlers einen Audi Q7 erworben.

Bei einer Polizeikontrolle am vorigen Donnerstag stellt sich heraus, dass der Wagen im Oktober 2009 in Italien gestohlen worden war (wir berichteten). Der Wagen war sichergestellt worden. Die Käufer, die nun ohne Auto und Geld dastanden, wollten mit dem 45-Jährigen, der in Niestetal einen Autohandel betreibt, über die Erstattung des Kaufpreises reden. Dazu hatten sie sich mit ihm und dem 25 Jahre alten Neffen auf dem Gelände an der Sandershäuser Straße verabredet.

Um die Forderung zur Erstattung des Geldes zu untermauern, zog nach Angaben der Polizei einer der Begleiter des Käufers plötzlich ein Messer und bedrohte den 45-Jährigen sowie den 25-Jährigen damit. Der 25-jährige Neffe des Verkäufers griff daraufhin zu einer Gaspistole. Er zeigte den vier Kontrahenten die Waffe, lud sie vor deren Augen durch und forderte den Mann mit dem Messer auf, dieses sofort abzulegen, schildert Polizeisprecher Jungnitsch die Situation. Dann hätten der Neffe und sein Onkel aber Fersengeld gegeben, gab der 25-Jährige der Polizei gegenüber an. Beim Weglaufen habe er noch einige Mal mit der Gaspistole zurückgeschossen, um eine Verfolgung zu verhindern.

Der 25-Jährige verständigte anschließend selbst die Polizei. Das Fahrzeug der Widersacher, das schon vom Hof des Autohandels gefahren war, hielt die Polizei kurz darauf in der Nähe an. Jetzt wird laut Wolfgang Jungnitsch wegen Bedrohung und Verstoß gegen das Waffengesetz ermittelt.

Ermittlungen laufen auch gegen den Onkel, der den Wagen über seinen Niestetaler Autohandel verkauft hatte. Er hatte den Audi Mitte vorigen Jahres mit italienischen Papieren erworben und in Kassel umgemeldet. (rud)

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