Stadt veröffentlicht zur 1100-Jahr-Feier ein Buch über 19. und 20. Jahrhundert in Kassel

Uni schreibt Geschichte

Schreiben die Kasseler Stadtgeschichte fort: Projektleiter Prof. Dietfrid Krause-Vilmar (von links) mit Sponsor Andreas Fehr, Prof. Edith Glaser, Prof. Jens Flemming (ebenfalls Projektleiter) und Oberbürgermeister Bertram Hilgen. Foto: Koch

Kassel. Runde Geburtstage sind ein Anlass zurückzublicken. Damit der Blick der Stadt Kassel auf ihre Geschichte nicht nebulös ausfällt, wenn im nächsten Jahr das 1100-jährige Jubiläum ansteht, soll ihre Geschichte in den vergangenen zwei Jahrhunderten genauer beleuchtet werden.

Dazu haben Stadt und Uni Kassel ein gemeinsames Forschungsprojekt auf den Weg gebracht. Greifbares Ergebnis soll ein Buch über das 19. und 20. Jahrhundert in Kassel sein. Es wird im Jubiläumsjahr aufgelegt und zu einem moderaten Preis zu erwerben sein. Die jüngste „Geschichte der Residenzstadt Cassel“ erschien 1913 zur 1000-Jahr-Feier der Stadt, verfasst von Prof. Hugo Brunner, seinerzeit Leiter der Landesbibliothek in Kassel. Die Fortschreibung übernehmen jetzt mit Dietfrid Krause-Vilmar und Jens Flemming zwei emeritierte Kasseler Hochschul-Professoren. Dabei werden sie von einem 30-köpfigen Autorenteam, von Stadtarchiv und Stadtmuseum unterstützt. Möglich macht das mit 115 000 Euro kalkulierte Projekt eine Spende des Lohfeldener Entsorgungsunternehmens Fehr.

„Es gibt zwar nicht unbedingt weiße, aber viele graue Flecken in unserer Stadtgeschichte“, sagte Oberbürgermeister Bertram Hilgen. Diese Lücken sollten mit dem Projekt geschlossen werden, sodass zum Jubiläum eine geschlossene Darstellung der Geschichte vorliege. Mit dem 19. und 20. Jahrhundert sei ein Zeitraum zu dokumentieren, in dem viel passiert sei: Zwei Weltkriege, die Zerstörung der Stadt und politische Umwälzungen.

Der „schwierige Weg der Stadtgesellschaft aus dem Kaiserreich heraus, hin zur Republik und Demokratie“ solle vor Ort nachvollzogen werden, sagte Dietfrid Krause-Vilmar. Der Schwerpunkt liege dabei auf der politischen Geschichte. „Die Regierung der Stadt, Macht und Herrschaft werden eine Rolle spielen.“ Dabei werde man aber auch auf die lokale Wirtschaft, Kultur, Kirche und soziale Aspekte der Kasseler Geschichte eingehen, betonte Jens Flemming. Die Alltagsgeschichte der Menschen werde ebenfalls gestreift, aber nicht im Zentrum stehen.

Die Arbeit bestehe aus einer „Zusammenfassung dessen, was man weiß und was wir erforschen“, sagte Flemming. Es gebe noch viel aufzuarbeiten. „Es ist nicht so, dass 20 Bücher vorliegen und wir daraus das 21. zusammenschreiben. Wir müssen in die Archive gehen und zu den Quellen.“ Gerade weil im Zweiten Weltkrieg viel zerstört wurde, sei die Suche nach Überlieferungen nicht immer einfach.

Von Katja Rudolph

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