Dezente Möbel aus einem Guss

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Aus der Ausbildung entlassen: 20 Gesellen erhielten im Rahmen der Freisprechungsfeier der Schreiner-Innung ihre Gesellenbriefe von Mathias Enkemeier, Vorsitzender des Prüfungsausschusses (links), und Obermeister Frank Baum.

Kassel. Am Donnerstag wurden 20 Lehrlinge aus der Ausbildung entlassen und nahmen im Rahmen der Freisprechungsfeier der Schreiner-Innung ihre Gesellenbriefe entgegen.

Im feierlichen Ambiente des Foyers der Volksbank am Scheidemannplatz zeichnete die Innung zudem die Jahrgangsbesten Gesellen aus und prämierte die besten Abschlussarbeiten. Entscheidend für die abschließende Bewertung waren neben dem Gesellenstück auch weitere Arbeitsproben sowie die Ergebnisse der theoretischen Prüfung. Als Jahrgangsbeste Absolventen traten Clemens Wittekind, Erik Islei und Lars Hartmann hervor, deren Abschlussnoten weniger als einen Punkt auseinanderlagen.

Wettbewerb: „Die gute Form“

Frank Baum, Obermeister der Schreiner-Innung, verabschiedete den Jahrgang mit dem Gesellenbrief, der „Ausdruck von Fleiß und handwerklichem Können“ sei, ins Arbeitsleben, in dem sie künftig die Aushängeschilder ihrer Unternehmen seien. Warum dies so kommen könnte, lässt sich anhand der Gesellenstücke erahnen. Für die Prämierung der besten Arbeiten im Rahmen des Wettbewerbs „Die gute Form“ waren die entscheidenden Kriterien die zugrunde liegende Idee, die Funktionalität der Möbelstücke und die handwerkliche Umsetzung. Die besten Abschlussarbeiten seien so dicht bei einander gewesen, dass nicht einmal Nuancen den Ausschlag gaben und sich die Juroren letztlich auf zwei erste Preise festlegten.

Malte Modricker von der Firma Baum und Söhne überzeugte die Jury mit einem Schreibtisch, der „sich nicht in den Vordergrund drängt, sondern wie selbstverständlich formal für sich steht und sich dabei aus einem Guss präsentiert“. Das Möbelstück sei handwerklich perfekt gearbeitet, sodass das Auge des Betrachters von der in dezentem Grau gehaltenen Oberfläche über die haptische Front der Schubladen aus olivgrünem Linoleum und den Korpus mit seinen wohlproportionierten und von Hand gehobelten Rundungen gleitet.

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Gleichauf lag in den Augen der Jury der Weinbarschrank von Erik Islei von der Firma Ladenbau Kersten. Eine schlichte weiß-schwarze Box, die es in sich hat. Nur der Besitzer des Barschranks soll den Magnet-stopfen aus Holz verwahren, mit dem die Schätze im Inneren gehoben werden können. Öffnet man die Seitenteile, werden diese mit handgefertigten Riegeln aus Holz in Richtung Boden fixiert. Klappt man die Deckelauflage auf, lassen sich viele Gäste ästhetisch bewirten. Gefertigt aus weiß beschichtetem MDF mit Echtholzeinleimern aus schwarzer Eiche ist das Stück ein Hingucker.

Den dritten Preis sprachen die Juroren Salome Frobel, von dem Berufsbildenden Gemeinschaftswerk für ihren Sekretär zu. Dem Möbelstück aus heller Esche sieht man an, wie viel Arbeit und Liebe zum Detail in ihm steckt. Die Jury lobte die „schöne Schreinerarbeit, deren mit Leder bezogene U-förmige Schreibfläche sich über hölzerne Auszüge gut bedienen lässt und Geheimschübe und Technikfächer freigibt, die von der Grundplatte wie in einer Schale gehalten werden.“

Die Gesellenstücke werden noch bis zum 3. August im Schalterraum der Volksbank während der Öffnungszeiten bei freiem Eintritt zu sehen sein. (pee)

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