Schlicht und zeitlos ist der Trend

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Die Reise beginnt: Mathias Enkemeier, Vorsitzender des Prüfungsausschusses (links) und Frank Baum, Obermeister der Schreiner-Innung (rechts), entlassen 16 Gesellen auf die Reise in das Arbeitsleben. Nicht alle Absolventen konnten an diesem Abend der Freisprechungsfeier beiwohnen.

Kassel. Am Donnerstag bekamen 16 Schreiner-Gesellen im feierlichen Rahmen der Freisprechung in der Handwerkskammer ihre Gesellenbriefe überreicht.

Mit dem Abschluss entließ Frank Baum, Obermeister der Schreiner-Innung Kassel, die jungen Menschen mit den besten Wünschen aus der Ausbildung ins Berufsleben, „auf dass sie alle ihren Traumjob finden mögen“. Der Gesellenbrief sei eine Anerkennung für die erbrachte Leistung, auf die die Gesellen stolz seien könnten, wie der Obermeister betont. So blickte man auch nur in stolze, freudestrahlende Gesichter.

Botschafter des Handwerks

Jürgen Müller, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer, wollte diese Freude keineswegs trüben, ließ die mit dem endgültigen Eintritt ins Arbeitsleben einhergehende Verantwortung allerdings nicht unerwähnt. Die Gesellen seien Botschafter des Handwerks und sollten das Gelernte weitergeben, wovon auch künftige Ausbildungsjahrgänge profitieren würden. Das sichere die Qualität der Ausbildung sowie des Handwerks und damit letztlich auch die Zukunft der Betriebe. Gerade den Ausbildungsbetrieben, deren Anteil an den erfolgreichen Abschlüssen nicht gering sei, dankte Müller wie alle weiteren Redner.

Auf Reisen

Matthias Enkemeier, Vorsitzender des Prüfungsausschusses, verglich den erlangten Abschluss mit der ersten Etappe einer langen Reise. Auf eine solche haben sich seit dem Spätmittelalter die zünftigen Gesellen auf der „Walz“ im wahrsten Wortsinn gemacht. Zu dieser Reise können –zumindest in diesem Jahr – leider nicht alle antreten, denn von 20 Gesellen bestanden nur 16 die Abschlussprüfung, was ein vergleichsweise geringer Prozentsatz sei, so Enkemeier. Unter den erfolgreichen Absolventen war Lisa Fehlisch vom Ausbildungsbetrieb Stadtbild die Jahrgangsbeste. Entscheidend für die abschließende Bewertung waren neben dem Gesellenstück auch weitere Arbeitsproben sowie die Ergebnisse der theoretischen Prüfung.

Die gute Form

An diesem Abend wurden aber nicht nur die besten Absolventen ausgezeichnet, auch die im Erdgeschoss der Handwerkskammer ausgestellten Gesellenstücke wurden prämiert. Entscheidende Beurteilungskriterien für den Wettbewerb „Die gute Form“ sind Idee, Form, Funktionalität und letztlich die handwerkliche Ausfertigung der Möbelstücke.

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Überzeugt hat die Jury in diesem Jahr der Schreibtisch von Michel Brill, ein zeitloses Stück, das bestechend schlicht und einfach gut gemacht sei. Das Bild von schlanken Schubladen, gekonntem Materialmix und feinen Details entspreche der Vorstellung von gutem Design, so die Urteilsbegründung.

Der zweite Preis ging an Aaron Biskamp für ein außergewöhnliches Bücherregal, das handwerklich sauber gefertigt und mit aufgewecktem Design den spielerischen Umgang mit der Form zeige, wie die Juroren befanden. Den dritten Preis bekam Christoph Wendt für seinen Esstisch, mit dem er Mut zum Klassischen bewies. Der Jury gefiel das Farbenspiel von Ahorn und Nussbaum sowie die sehr gute handwerkliche Arbeit.

Ausstellung

Diese und alle weiteren Abschlussarbeiten können derzeit in der Ausstellung „Das Gesellenstück“, die mit der Freisprechungsfeier eröffnet wurde, im Erdgeschoss der Handwerkskammer am Philipp-Scheidemann-Platz in Augenschein genommen werden. • Die Ausstellung ist noch bis zum 11. August von 9 bis 15.30 Uhr bei freiem Eintritt zu besuchen. (pee)

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