600 Schrottautos pro Jahr in Kassel am Straßenrand

Illegal abgestellt: Stadt gibt für Altfahrzeug-Entsorgung 200.000 Euro aus

Kassel. 600 Schrottautos werden jedes Jahr von ihren Besitzern an Straßenrändern in Kassel abgestellt. Rund 200 davon muss die Verkehrsüberwachung der Stadt abschleppen und entsorgen lassen. Der Schrott am Straßenrand macht der Verwaltung viel Arbeit und kostet eine Menge Geld.

Im vergangenen Jahr waren es schätzungsweise 200.000 Euro.

Die Stadtverordneten im Ausschuss für Recht und Sicherheit trauten ihren Ohren kaum, als Bürgermeister Jürgen Kaiser (SPD) von 600 Fällen jährlich berichtete. Die Rathausfraktion Demokratie erneuern/Freie Wähler hatte von Kaiser wissen wollen, ob das wiederholte Abstellen abgemeldeter Schrottfahrzeuge an der Sandershäuser Straße, wo sich Fußgänger über die Altautos ärgern, nicht unterbunden werden kann. Dort bestehe der Verdacht, dass Schrotthändler den Straßenraum nutzen, um Autowracks abzustellen, erklärte Stadtverordneter Dr. Bernd Hoppe.

Das sei aber für die Stadt schwer zu beweisen, sagte Kaiser. Zwar würden die städtischen Ordnungspolizisten alles daran setzen, die Eigentümer ausfindig zu machen und zur Kasse zu bitten, aber das gelinge nicht immer. Bei manchem Fahrzeughalter sei nichts zu holen. In etwa 40 Fällen jährlich bleibe die Stadt deshalb vollständig auf den Kosten sitzen.

Spitzenreiter für Schrottautos am Straßenrand ist laut Kaiser der Schwanenweg. Aber auch am Ölmühlenweg, am Sommerweg und an der Friedrich-Wöhler-, Holländische- sowie Frankfurter Straße würden oft abgemeldete Wagen entdeckt. Mit einem roten Zettel würden die Eigner dann aufgefordert, das Fahrzeug zu entfernen. Tut sich in vier Wochen nichts, lässt die Stadt abschleppen.

Die Einnahmen aus dem Verkauf der Schrottfahrzeuge sind allerdings dürftig. Pro Tonne Schrott bekommt die Stadt nach Angaben von Kaiser derzeit lediglich 350 Euro.

Von Jörg Steinbach

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Rubriklistenbild: © Symbolbild: dpa

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