Schrottschere für Briten: Sie schneidet Metall wie Käse

Kassel. Eine insgesamt 630 Tonnen schwere Schrottschere des Kasseler Unternehmens Danieli Henschel befindet sich derzeit in Einzelteilen auf dem Weg nach Newport in Wales (Großbritannien).

Bestimmt ist der Koloss für das Unternehmen Sims, dem weltweit größten Metall-Recycling-Betrieb. Die Kernteile der Riesenschere wurden am gestrigen Donnerstag auf dem Firmengelände auf fünf Spezialtransporter verladen. Dazu gehören eine 50 Tonnen schwere Presse, das Scherenbett und der Ständer mit der eigentlichen Schere, die jeweils 92 Tonnen wiegen, sowie ein 18 Tonnen schwerer Vorschub. Er schiebt den gepressten Metallschrott in die Schere.

Darüber hinaus werden noch Zubehörteile geliefert. Drei Lkw waren bereits in den vergangenen Tagen aufgebrochen, drei weitere werden in den kommenden Tagen noch folgen. 1250 Tonnen Schneidekraft Die am Donnerstag beladenen Spezialtransporter fahren von Kassel aus nach Antwerpen. Am Abend wurden sie von der Polizei kontrolliert und gewogen. „Die Bauteile müssen genau in der Mitte der Achsen liegen“, sagt Heike Rüppel, die den Versand organisiert.

Für den Transport gebe es genaue Vorschriften. Von Antwerpen geht es per Fähre weiter nach Wales. „Mit einer Schneidekraft von 1250 Tonnen gleitet die Schere durch das Metall wie durch Käse“, erklärt Rüppel. Sechs Wochen hatte der Zusammenbau der Scherenteile im Kasseler Werk gedauert. Geliefert wurden die Bauteile dafür vom Danieli-Henschel-Werk in Frankreich. Am kommenden Dienstag werden alle Teile der Schere in Newport sein. Der Aufbau dort wird gute vier Wochen dauern. „Das Wichtigste ist das Fundament“, sagt Bauleiter Mario Escher, der den Aufbau vor Ort leiten wird.

Die Schere müsse genau waagerecht stehen. Trotz der Größe komme es auf den Millimeter an. Etwa zehn bis 15 Scheren dieser Art unterschiedlicher Größe baut das Unternehmen im Jahr. Der aktuelle Auftrag beschert dem Unternehmen einen Umsatz von gut zwei Millionen Euro. Bis vor Kurzem hieß der Kasseler Spezialist für Schrottscheren noch Akros Henschel.

Heute gehört die Firma mit ihren aktuell 38 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von 30 Millionen Euro zum italienischen Danieli Großkonzern, der insgesamt 9400 Mitarbeiter beschäftigt. Der Anlagenbauer stellt Walzwerke her und hat weltweit Tochterunternehmen. Danieli Henschel hat seine Wurzeln in dem 1810 gegründeten Kasseler Traditionsunternehmen Henschel. Die Firma hat ihren Sitz auf dem ehemaligen Henschelgelände Mittelbach am Struthbachweg. (mkx)

Rubriklistenbild: © Koch

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