Die Grundschule Schenkelsberg muss einen großen Andrang auf Nachmittagsbetreuung bewältigen

40 Schüler warten auf Hortplätze

+
Begehrte Schule mit Ganztagsangebot: Der Neubau der Grundschule Schenkelsberg wurde im vergangenen Jahr eingeweiht. Archivfoto: Dilling/nh

Oberzwehren. Das Ganztagesangebot an der Schenkelsbergschule ist so stark nachgefragt, dass Schulleiterin Daniela Dietrich-Krug 40 Schüler auf die Warteliste setzen musste. Während Personal und räumliche Kapazitäten an ihre Grenzen stoßen, üben betroffene Eltern Kritik. Einen Anspruch auf Nachmittagsbetreuung haben sie jedoch nicht.

„Viele Eltern meinen, dass wir jetzt eine Ganztagsschule sind“, sagt Dietrich-Krug. Das sei aber ein Irrtum. Denn offiziell ist die Grundschule seit 2011 lediglich eine Schule mit Ganztagesangebot der sogenannten Profilstufe 1.

Das bedeutet, dass sie an mindestens drei Wochentagen bis 14.30 Uhr Hausaufgabenbetreuung sowie Angebote im Wahl- und Freizeitbereich garantieren muss. Dafür gibt’s vom Land eine zusätzliche Stelle, die in Oberzwehren zur Hälfte für Honorarkräfte und die 16 Kursangebote am Nachmittag verwendet wird. Darüber hinaus werden Kinder berufstätiger Eltern an fünf Tagen sowie in den Ferien bis 16.30 Uhr im Hort betreut, mit dem die Schule eng zusammenarbeitet. Doch das reicht offenbar nicht aus. Dietrich-Krug muss die Plätze inzwischen per Losverfahren vergeben.

„Eltern, die leer ausgehen, sind sauer auf die Schulleitung“, berichtet Klaus Krug vom Elternbeirat der Schule. Viele seien davon ausgegangen, dass ihre Kinder automatisch auch nachmittags betreut würden: „Es gibt ein Kommunikationsproblem zwischen den Eltern und den Trägern der Schule“. Einerseits hätten Stadt, Land und Schule sie besser informieren müssen, andererseits „haben Eltern aber auch eine Holschuld“, sagt Krug, dessen jüngster Sohn ebenfalls keinen Platz bekommen hat. Er betont hingegen auch: „Die Schulleitung kann am wenigsten dafür“.

Gestartet als „pädagogischer Mittagstisch“, wurde die Nachmittagsbetreuung am Schenkelsberg zum vergangenen Schuljahr ausgeweitet. „Das wurde vom ersten Tag super angenommen“, berichtet Dietrich-Krug, die im Sommer die Schulleitung am Schenkelsberg übernommen hat. Inzwischen nutzen 163 der insgesamt 300 Schüler das Zusatzangebot, darunter 75 im Hort - mehr geht nicht. „Wir möchten unsere Kinder schließlich nicht nur aufbewahren, sondern stehen für ein pädagogisches Konzept“, sagt Dietrich-Krug. Wie brisant die Lage derzeit ist, zeigt, dass die Schule bereits nachmittags auf die Mensa ausweicht.

„Da es vom Land kein zusätzliches Geld gibt, bemühen wir uns weiter um kreative Lösungen“, sagt Klaus Krug. Eine Möglichkeit sei privates Engagement: „Das könnten auch Container sein, die uns Unternehmen stiften“. Der Bedarf, da ist sich die Schulleitung sicher, könne sonst auch in Zukunft nicht gedeckt werden. Für das kommende Jahr gibt’s schon jetzt 55 Anmeldungen - bei nur 25 Abgängen.

Von Sebastian Schaffner

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.