Schüler werten Umfrage zur Kommunalwahl unter fast 600 Jugendlichen aus

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Junge Statistiker: Anna Batrakova (von links), Christin Damm, Julia Bernhardt und Alexander Krotki analysieren das Ergebnis einer Umfrage unter fast 600 Schülern. 

Kassel. Die Max-Eyth-Schülerin nimmt mit ihrer Klasse am Jungwählerprojekt „Dein erstes Mal - Geh’ zur Wahl!“ teil, das die HNA gemeinsam mit der Kinder- und Jugendförderung der Stadt sowie dem Jugendbildungswerk des Kreises ins Leben gerufen hat. Damit bereiten sich Schüler ganz besonders auf die Kommunalwahl am 27. März vor.

Malin Stelzner irrt mit der Maus über den Bildschirm. Klickt hier, klickt da. Die großen Balken des Diagramms auf dem Bildschirm wechseln die Farbe. Plötzlich ist der Hintergrund pink. „Ich weiß ja auch nicht, wie das geht", sagt die 17-Jährige.

Dass es beim Umgang mit dem Computer noch etwas hakt, liegt daran, dass sich Malin Stelzner und ihre Klassenkameraden gerade erst in das Programm Grafstat einarbeiten. Damit werten sie einen Fragebogen aus, den 589 Schüler online beantwortet haben. 373 stammen von der Max-Eyth-Schule (MES), aber auch Schüler der Herderschule und anderer Schulen waren dabei.

Jetzt geht’s an die Analyse: Wen wählen die Schüler? Was halten sie vom Wahlrecht ab 16 Jahren? Wie intensiv wird die Kommunalwahl im Unterricht behandelt? Mit Grafstat lassen sich die Antworten auf die 25 Fragen leicht verknüpfen, um etwa zu erfahren, welche Themen Berufsschülern am wichtigsten sind und welche Gymnasiasten.

Nicht immer ist es sinnvoll, die verschiedenen Fragen miteinander zu kombinieren. Die Grafik auf dem Bildschirm vor Nele Eckert-Hetzel sagt aus, dass 18 Prozent derjenigen, die nicht zur Wahl gehen wollen, die SPD wählen würden, wenn sie zur Wahl gingen. „Aber das ist sowieso zu unübersichtlich“, sagt die 17-Jährige und ändert mit einem Klick die Darstellung.

Interviews mit Politikern

Julia Bernhardt gehört zu einer Gruppe, die Interviews mit Politikern organisieren wollte. Sie haben die Grüne Jugend und die Piratenpartei im Januar eingeladen, aber keine Antwort erhalten. „Da fühlt man sich nicht ernst genommen“, sagt die 17-Jährige. Die Gespräche sind inzwischen aber doch noch zustande gekommen, sagt Georg Deindörfer, der das Projekt zusammen mit seinem Kollegen Roland Maier-Schachtschabel betreut. Auf Nachfrage des Lehrers waren mehrere Parteien zur Diskussion mit den Schülern bereit.

Drei Schülerinnen analysieren die Antworten nach dem Alter der Teilnehmer. Dabei stoßen sie auf ein interessantes Ergebnis: Die Mehrheit der Jugendlichen lehnt es selbst ab, bereits mit 16 Jahren wählen zu dürfen. Darüber haben sie auch in der Klasse diskutiert. „Die Jüngeren machen sich noch nicht so Gedanken über Politik“, sagt Christin Damm. Aber nach dem Jungwählerprojekt fühlt sie sich gut genug informiert, eine Wahl zu treffen. Aber wie die meisten aus der Klasse darf auch sie am 27. März noch nicht wählen.

Anna Batrakova beschäftigt sich gerade damit, wie intensiv die Kommunalwahl im Unterricht behandelt wird. Das Ergebnis findet sie „erschreckend“: Bei der Hälfte der Befragten spielt sie in der Schule keine Rolle. „Da muss auf jeden Fall mehr gemacht werden“, sagt Batrakova.

Hintergrund: Fragebogen war Gemeinschaftsarbeit

Den Fragebogen zur Schülerumfrage hat eine Arbeitsgruppe mehrerer Schulen entwickelt. Mit dabei waren Schüler der Max-Eyth-Schule, der Herderschule, des Wilhelmsgymnasiums, der Albert-Schweitzer-Schule Hofgeismar und der Wilhelm-Filchner-Schule Wolfhagen.

Das Fragebogen-Programm Grafstat wird von der Bundeszentrale für politische Bildung zur Verfügung gestellt.

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