Sternwarte ist geöffnet

Schülerforschungszentrum: Erste Blicke durch das Teleskop

Kassel. „Ich glaube, gleich reißen die Wolken auf und die Sonne kommt durch.“ Der elfjährige Maurice Schirra aus Lohfelden blickt erwartungsvoll in den Himmel. Trotz Nieselregens hält er an seinem Optimismus fest.

Zu sehr hat sich der Elfjährige darauf gefreut, auf dem Dach des neuen Schülerforschungszentrums Nordhessen (SFN) durchs Teleskop zu schauen und dabei die Sonne zu beobachten. SFN-Leiter Klaus-Peter Haupt und die Mitglieder des Astronomischen Arbeitskreises (AAK) hatten für Samstag zum ersten öffentlichen Sonnenbeobachten vom Dach der Sternwarte an der Parkstraße eingeladen. Vor den Sommerferien war die Sternwarte des AAK nach 38 Jahren von Calden nach Kassel umgezogen. Sozusagen als Sahnehäubchen auf dem 2012 eröffneten Schülerforschungszentrum.

Schülerforschungszentrum: Sternwarte ist geöffnet

Hunderte an Naturwissenschaften interessierte Schüler aus der Region forschen hier. Aus ihren Reihen gehen Jahr für Jahr Preisträger bedeutender Wettbewerbe wie Jugend forscht hervor. Das vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst für 3,2 Millionen Euro gebaute Zentrum bietet neben den Nachwuchsforschern des ehemaligen Physik-Clubs auch Studenten der Uni Kassel und angehenden Lehrern die Möglichkeit, auf hohem wissenschaftlichen Niveau zu arbeiten.

Sieben Teleskope

Mit der Sternwarte möchte Haupt, der Initiator und Mentor dieser Forscher-Aktivitäten, jetzt auch eine interessierte Öffentlichkeit in das Haus einladen. Insgesamt sieben Teleskope stehen auf dem Dach des SFN für Himmelsbeobachtungen zur Verfügung. Demnächst kommt noch ein Spektoskop hinzu, mit dem eine Analyse des Lichts von Sternen möglich ist.

Sind auch am Wochenende im SFN am Forschen: Konrad Gerlach (9 Jahre), Le-Minh Pham-Dang und Luis Michaelis (12 Jahre, von links) ) arbeiten mit digitalen Bauelementen.

Auch wenn am Samstag technisch alles bereitstand - die Sonne ließ sich zur ersten Sonnenführung einfach nicht blicken. Wenigstens erlaubte es das Wetter zwischenzeitlich, dass das Dach geöffnet und durch die Fernrohre geblickt werden konnte. Florian Hein (7) aus Kassel, der mit seiner Mama Andrea Krischke gekommen war, durfte mit dem Handsteuergerät sogar ausprobieren, wie es sich anfühlt, wenn ein Sterngucker die Teleskope per Knopfdruck schwenkt.

Als Appetitanreger hatte Haupt zuvor einen Vortrag über das Faszinosum Sonne und ihre Beziehung zur Erde gehalten. „Die Sonne ist ein ganz normaler Stern“, erklärte er. Schließlich führte er die Gruppe unverzagter Sonnenforscher als Trost für die verpasste Sonnenbeobachtung durch das eindrucksvolle Gebäude. Auf vier Stockwerken und 650 Quadratmetern Fläche, in Laboren und Arbeitsräumen auf neuestem technischen Stand arbeiten hier 250 nordhessische Schüler an zurzeit 75 Forschungsprojekten. Die Gäste konnten sich eindrucksvoll davon überzeugen, dass die Schüler das sogar am Wochenende mit großer Begeisterung machen.

Von Christina Hein

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