Gericht weist Klage einer Jugendlichen zurück, die bessere Noten erstreiten wollte

Gericht: Schülerin hat geschummelt - Keine besseren Noten

Kassel. Eine Schülerin aus Hünfeld, die sich vor dem Kasseler Verwaltungsgericht (VG) bessere Noten erstreiten wollte, hat verloren.

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Das VG hat eine Klage der Jugendlichen gegen das Land Hessen abgewiesen, die in ihrem Realschul-Abschlusszeugnis bessere Noten attestiert haben wollte. Ihre Leistungen waren in den Prüfungsklausuren „Deutsch“, „Englisch“ und „Mathematik“ mit „ungenügend“ bewertet worden, weil sie - wie die Schule und die vom Schulamt beauftragten Sachverständigen meinen - geschummelt haben soll. Die Jugendliche soll die Lösungen vorher gekannt haben.

Gegen den Vater der Schülerin - den ehemaligen Büroleiter im Staatlichen Schulamt Fulda - hatte die Staatsanwaltschaft Anklage wegen des Verdachts der Verletzung des Dienstgeheimnisses und der Geheimhaltungspflicht erhoben. Das Amtsgericht Fulda sprach ihn zwar aus Mangel an Beweisen frei, sah es aber als erwiesen an, dass die Schülerin die Lösungen gekannt habe.

Mit ihrer Klage wollte die Schülerin eine bessere Bewertung erreichen, um zur gymnasialen Oberstufe zugelassen zu werden. Sie behauptete, ihre sehr guten Leistungen in den Prüfungsarbeiten seien nicht durch Täuschungshandlungen, sondern allein durch eine sehr intensive Vorbereitung zu erklären.

Das VG sah das anders. Angesichts der in den Klausuren festzustellenden markanten Übereinstimmungen mit den Lösungshinweisen für die Korrektoren müsse die Schülerin diese gekannt haben; andernfalls seien die in den drei Klausuren zu findenden auffälligen Übereinstimmungen nicht zu erklären, führt VG-Sprechern Bettina Nieuwenhuis aus. Das Gleiche gelte auch für die von ihr erreichten, nicht nur sehr guten, sondern - im Vergleich zu anderen Schülern - herausragenden Ergebnissen in diesen Klausuren.

Im Internet abgekupfert

Die Prüfungsleistungen der Schülerin seien auch nicht mit dem zuvor von ihr gezeigten Leistungsstand in Einklang zu bringen. Die Einschätzung des Gerichts werde dadurch bestätigt, dass die Schülerin zudem bei einer Hausarbeit im Fach „Deutsch“ Teile aus dem Internet verwendet habe, ohne diese kenntlich zu machen.

Die Tatsache, dass der Vater der Jugendlichen von dem Vorwurf, ihr die Lösungen beschafft zu haben, freigesprochen wurde, sei für die Entscheidung des VG ebenso ohne Belang wie der Weg, auf dem die Schülerin letztlich in den Besitz der Unterlagen gelangt sei. „Denn in dem vom Verwaltungsgericht zu entscheidenden Verfahren sei allein die Frage zu klären gewesen, ob eine Täuschungshandlung vorliege“, sagt Nieuwenhuis. Diese Überzeugung habe das Gericht jedoch nach umfassender Würdigung aller Umstände gewonnen.

Gegen dieses Urteil kann beim VGH Antrag auf Berufung gestellt werden. (use)

AZ: 3 K 1304/09.KS

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