Vorwürfe gegen Carl-Anton-Henschel-Schule in der Kasseler Nordstadt

Nach Schlägen gegen Kasseler Schülerin Yara: Vater zeigt Schulleiterin an

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Streitbar: Mike F., hier mit seiner Tochter Yara, fühlt sich von der Henschelschule nicht ernst genommen. 

Der Fall Yara spitzt sich weiter zu. Die Achtjährige wurde in der Kasseler Henschel-Schule von Jungen geschlagen. Nun hat der Vater die Schulleiterin angezeigt - wegen übler Nachrede und Verleumdung.

Der Fall Yara droht zu eskalieren. Der Vater der achtjährigen ehemaligen Carl-Anton-Henschel-Schülerin, Mike F., hat jetzt angekündigt, gegen die Leiterin der Schule, Martina Bleckmann, Anzeige zu erstatten. Er wirft ihr üble Nachrede und Verleumdung vor.

Hintergrund ist ein Eklat wegen tätlichen Schülerauseinandersetzungen an der Grundschule in der Kasseler Nordstadt. Die Erstklässlerin Yara war im Frühjahr zwei Mal im Abstand von vier Tagen auf dem Schulhof von unterschiedlichen Schulkameraden geschubst, geboxt und verletzt worden. Einmal war sie von einem nicht identifizierten Kind mit einem scharfen Gegenstand in den Bauch geritzt worden, sodass sie eine Schramme davon trug. Ein anderes Mal hatte sie ein Junge am Hals gepackt.

Der Vorwurf des Vaters: Er sei darüber zu keiner Zeit von der Schule informiert worden. Im Gegenteil sei auf seine per E-Mail an die Schulleitung verfassten Vorwürfe, nicht reagiert worden.

Die entsprechende Mail an die Schule vom 4. Mai liegt der HNA vor. Darin schreibt Mike F.: „Ich sehe das Kindeswohl gefährdet und sehe, dass Gefahr für Leib und Leben meiner Tochter besteht. Daher wird meine Tochter mit sofortiger Wirkung Ihre Schule nicht mehr besuchen. Bis wir eine andere Schule gefunden beziehungsweise zugeteilt bekommen haben, stelle ich sie vom Unterricht frei.“ Er informierte die Schule, dass er zudem strafrechtlich prüfen lasse, „ob sich die Schule der fahrlässigen Körperverletzung schuldig gemacht“ habe.

Schulleitung sei nicht erreichbar gewesen

Mike F.s Kritik: „Zu dem Schreiben erreichte uns nie eine Antwort. Telefonisch waren weder die Klassenlehrerin oder Frau Bleckmann erreichbar.“ Die Direktorin habe sich „jedes Mal entschuldigen“ lassen. Bitten um Rückruf seien ignoriert worden. Yara hat die Schule inzwischen gewechselt.

Für vergangenen Donnerstag hatte das Hessische Kultusministerium zu einem Pressegespräch eingeladen, bei dem die Schulleitung der Henschelschule die Gelegenheit hatte, ihre Sicht auf das Geschehen darzustellen. Dabei wurde deutlich, dass es sich bei den Auseinandersetzungen weder um Mobbing, noch um eine kulturelle Problematik gehandelt habe.

„Mir liegt sehr daran, dass die Angelegenheit befriedet wird“, sagt Sabine Schäfer vom Staatlichen Schulamt. „Dem kann ich mich nur anschließen“, sagt Stefan Löwer, Sprecher des Hessischen Kultusministeriums: „Wir haben kein Interesse an einer weiteren Eskalation.“

Die Henschel-Schule in der Nordstadt:

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