Schülerzahlen in Kassel gehen deutlich zurück

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Schülerzahlen in Kassel gehen deutlich zurück

Kassel. Auf die Schulen in Stadt und Kreis Kassel kommen drastische Veränderungen zu. Die Schülerzahlen an den allgemeinbildenden Schulen im Stadtgebiet werden bis zum Jahr 2020 um 16 Prozent zurückgehen.

Das geht aus einer Prognose des Statistischen Landesamts hervor. Die Zahl von derzeit 20.620 Schülern sinkt in Kassel um fast 3000 auf 17.990. Im Landkreis Kassel wird es statt 22.309 nur noch 17.660 Schüler geben.

Schon jetzt bekommen einige Schulen den Schülerrückgang deutlich zu spüren. Abnehmende Zahlen verzeichneten in den vergangenen Jahren beispielsweise sowohl die Gesamtschule Joseph-von-Eichendorff-Schule (JES) in Bettenhausen als auch die Traditionsschule Friedrichsgymnasium in der Innenstadt. Vor allem Gymnasien werden sich umstellen müssen. Hier wird ab 2013, wenn die letzten G9-Abiturienten die Schulen verlassen, ein kompletter Jahrgang wegfallen. „Dann brechen mit einem Schlag 6,5 Prozent Schüler in den Gymnasien weg“, sagt Bernd Heger vom Schulverwaltungsamt: „Gymnasien werden am meisten verlieren.“

Die durch den demografischen Wandel sinkende Schülerzahl im Landkreis hat auch Folgen für die Schulen im Stadtgebiet: 35 Prozent der Gymnasisten kommen aus dem Kasseler Umland. Mittelstufenschulen sind jetzt schon existentiell betroffen. Vor diesem Hintergrund hat das Kultusministerium den Schulentwicklungsplan der Stadt nur in Teilen zugestimmt. Ein Erlass von Ministerin Dorothea Henzler sieht vor, dass für die Gesamtschulen Hegelsberg, Carl-Schomburg-Schule und JES ein „tragfähiges Konzept“ vorgelegt werden muss, mit dem Ziel, die Gymnasialzweige zu konsolidieren. Eine Möglichkeit, die das Ministerium vorschlägt, ist die Aufhebung des Gymnasialzweigs an der JES. Bereits auf den Weg gebracht ist die Forderung, die Haupt- und Realschulzweige der Friedrich-Wöhler-Schule und der Fasanenhofschule aufzuheben und die Schulen als Grundschulen weiterzuführen. (chr)

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