Anna-Seghers-Gesellschaft kritisiert CDU: „Schützengräben des Kalten Kriegs“

Die Kasseler CDU lehnt sie ab: Die Schriftstellerin Anna Seghers. Das Bild entstand 1980 an ihrem 80. Geburtstag.

Kassel. Die Anna-Seghers-Gesellschaft mit Sitz in Berlin und Mainz hat sich jetzt zu dem Streit in Kassel geäußert, ob eine neue Straße in Wehlheiden nach der Schriftstellerin (1900 bis 1983) benannt werden soll.

Die Vorsitzende hat einen Brief an die Abgeordneten der SPD und der Grünen im hessischen Landtag geschrieben, mit dem sie „Argumentation-shilfe gegen die Ewig-Gestrigen aus der Kasseler CDU-Fraktion, die sich offenbar in den Schützengräben des Kalten Krieges“ eingerichtet haben“, zukommen lässt.

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Wehlheidens Ortsvorsteher Norbert Sprafke (SPD) wird sich darüber freuen. Er hatte die Idee, die Straße auf dem Gelände der ehemaligen Feuerwehrschule, wo zurzeit ein neues Wohnquartier entsteht, nach der Schriftstellerin zu benennen. „Exil-Literatur hat einen Platz in der deutschen Geschichte“, sagt Sprafke. Zudem sei Seghers mit dem Wehlheider Historiker und Schriftsteller Kurt Kersten befreundet gewesen.

Darüber hinaus wundere er sich ein wenig über die Kritik der CDU, sagt Sprafke. Nachdem er in der Sitzung am 20. November 2012 vorgeschlagen habe, die Straße nach Seghers zu benennen, hätten die Christdemokraten gebeten, diesen Tagesordnungspunkt zu verschieben, da sie die Schriftstellerin gar nicht kennen würden. Kritik an ihr sei dann in der Sitzung am 11. Dezember geäußert worden. In dieser Sitzung beschlossen Grüne und SPD im Ortsbeirat, die Straße nach Seghers zu benennen. (use)

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