Förderung von Bund und Land

Abschluss des 60-Millionen-Euro-Programms: Schulen Gewinner der Krise

Markante Erweiterung: Die Heinrich-Schütz Schule (Vorderer Westen) hat jetzt 13 neue Klassenräume. Zehn Millionen Euro hat das gekostet (Architekten: Schultze + Schulze). Foto:  Constantin Meyer / nh

Kassel. Schnell sollte es damals gehen. Als die Finanzkrise im Jahr 2009 immer bedrohlichere Ausmaße annahm, wollten Bund und Land mit milliardenschweren Konjunkturprogrammen gegensteuern. Jetzt gibt es eine Bilanz des Projektes für Kassel.

Die Grundidee: Gebt den Kommunen Geld, damit sie ihre Schulen aufmöbeln können und Gebäude so sanieren, dass sie weniger Energie verbrauchen. So sollte die regionale Bauwirtschaft angekurbelt werden und das Handwerk volle Auftragsbücher bekommen. „Diese Programme wurden zwar mit neuen Schulden finanziert, haben aber wirklich etwas gebracht“, sagt Kassels Kämmerer und bis zum Jahresende auch kommissarischer Baudezernent Dr. Jürgen Barthel (SPD).

Zusammen mit Hans-Joachim Neukäter, dem Chef des Amtes für Hochbau und Gebäudewirtschaft, legte er jetzt die Bilanz der Aktivitäten aus dem Konjunkturprogramm für Kassel vor.

Individuelle Handschrift

Moderne Sporthalle statt zugigem Altbau: Die Turnhalle der Fridtjof-Nansen-Schule (Süsterfeld-Helleböhn) hat 1,6 Millionen Euro gekostet (Architekten Kirchhoff - Rügemer). Foto:  nh

60 Millionen Euro sind in den vergangenen zwei Jahren verbaut worden. Mit 40 Millionen Euro bildete der Schulbau den Schwerpunkt. In einer Broschüre hat die Stadt eine Auswahl der größeren Bauprojekte dokumentiert. Diese Broschüre ist in einer Auflage von 1000 Stück erschienen und hat nach Angaben der Verantwortlichen 16 000 Euro gekostet. Sie ist gegen eine Schutzgebühr von zehn Euro im Rathaus erhältlich. Unter dem Strich habe es sich bewährt, den Architekten- und Ingenieurbüros bei der Umsetzung nur die Rahmenbedingungen vorzugeben, sagt Hans-Joachim Neukäter. So sei bei vielen Gebäuden eine eigene, markante Handschrift sichtbar.

„Ein Programm in dieser Größenordnung gab es vorher nicht und wird es wahrscheinlich auch nicht wieder geben“, sagt Kämmerer Barthel. Normalerweise könne die Stadt pro Jahr nur 16 Millionen investieren. An einigen Schulen gebe es zwar immer noch Nachholbedarf, trotzdem seien die Gebäude jetzt zu 80 Prozent in einem guten Zustand.

Barthel lobte ausdrücklich die gute Zusammenarbeit mit dem Land. Bei so vielen Baustellen müsse man flexibel reagieren können. Das sei hervorragend gelungen.

Das Land zahlte auch mit 36 Millionen Euro den größten Teil des Programms. Der Bund war mit 15,3 Millionen Euro beteiligt, der Eigenanteil der Stadt liegt bei 9,2 Millionen Euro.

Von Thomas Siemon

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