Immer mehr Förderschüler besuchen in Kassel Regelschulen

Die Schullandschaft verändert sich rasant

Kassel. Inklusion, also das Recht von Schülern mit und ohne Beeinträchtigung oder Behinderung auf gemeinsamen Unterricht, verändert Kassels Schullandschaft zurzeit rasant. Immer mehr Kinder werden inklusiv beschult.

Vor vier Jahren besuchten 80 Kinder mit einer Lernschwäche oder Behinderung eine Kasseler Regelschule. Heute sind es 234.

Entsprechend ist nach Auskunft von Gabriele Steinbach, der Leiterin des städtischen Schulverwaltungsamts, die Zahl der Förderschüler in zehn Jahren um ein Viertel geschrumpft: seit 2004 um mehr als 450 Schüler von 1670 auf 1210. Langfristig werde von den zurzeit vier Kasseler Lernhilfeschulen nur die Osterholzschule in Bettenhausen bestehen bleiben.

Einige Eltern revidieren aber inzwischen auch ihre Entscheidung, ihr beeinträchtigtes Kind auf eine Regelschule zu schicken. So sind nach Auskunft des Hessischen Kultusministeriums (HKM) mit diesem Schuljahr in Kassel 52 Schüler von einer allgemeinbildenden Schule an eine Förderschule gewechselt. „Drei Kinder, die von einer Förderschule an eine Regelschule gewechselt hatten, sind jetzt zu uns zurückgekehrt“, sagt Ute Gößlinghoff, Leiterin der Osterholzschule. Umgekehrt sind 13 Förderschüler an Regelschulen gewechselt. Insgesamt besuchen 17 068 Schüler allgemeinbildende Schulen in Kassel.

„Das Informationsbedürfnis der Eltern von Schülern mit Beeinträchtigungen und Behinderungen ist sehr groß“, sagt Philipp Bender vom HKM. Grundsätzlich werde jedes schulpflichtige Kind von seinen Eltern in der zuständigen allgemeinen Schule angemeldet. Dort entscheide man über inklusiven Unterricht „unter Berücksichtigung der zur Verfügung stehenden Ressourcen“. Eltern könnten ihr Kind auch direkt in einer Förderschule anmelden, wenn ein entsprechender Anspruch auf Förderung vorliegt.

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