Familien müssen mehr Essensgeld zahlen: Schulleiter befürchten hungrige Kinder

Kassel. Das Bildungspaket für arme Kinder reicht nicht aus, um die Not zu lindern. Die Schulleiter Jörg Sperling von der Kasseler Heinrich-Schütz-Schule (HSS) und Wolfgang Hartwig von der Ahnatalschule in Vellmar befürchten - wie viele ihrer Kollegen - eine Verschlechterung bei der Mittagsversorgung.

Viele arme Familien könnten den einen Euro pro Essen nicht zahlen, wie sie die Bundesregelung vorsieht. Die Kinder müssten hungrig bleiben.

Bislang mussten die meisten benachteiligten Familien einen Zuschuss von unter einem Euro leisten. In Kassel betrifft das 950 Kinder. 648 von ihnen haben einen Zuschuss unter einem Euro gezahlt, das sind leicht mehr als zwei Drittel. Im Landkreis müssen künftig die Eltern von 500 Kindern von insgesamt 949 tiefer in die Tasche greifen.

Seit der Hartz-IV-Reform erhalten Eltern fünf Euro im Monat mehr. Für Mittagessen bei einer Fünf-Tage-Woche müssten sie künftig 20 Euro monatlich pro Kind zuzahlen. Bis zum 30. Juni wird noch das Schulessen vom Härtefonds des hessischen Sozialministeriums bezahlt, danach greift die Bundesregelung.

Bislang verteilte das Land Hessen über die Karl-Kübel-Stiftung das Geld an die Schulen. 2010 hat das Land für Mittagessendrei Mio. Euro ausgeschüttet.

Nach Auskunft von Susanne Andriessens, Pressesprecherin des Sozialministeriums, haben 877 von 950 hessischen Schulen Geld aus dem Härtefonds erhalten. Es würden auch künftig alle die Schulkinder erfasst, die bisher mit den Fördermitteln des Härtefonds unterstützt worden sind, betonte Andriessens. Die Zahl der Anträge armer Eltern für Zuschüsse von Mittagessen, Nachhilfe und Freizeitaktivitäten sehr gering.

7000 Kinder leben in Kassel in Hartz-IV-Familien, Gerade mal 242 Anträge für 218 Kinder sind gestellt worden. Im Kreis sind es 142 Anträge bei 4000 bedürftigen Kindern.

Von Beate Eder

Rubriklistenbild: © dpa

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