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Der neue Geschäftsführer der documenta ist ein Schulmanager

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Von: Mark-Christian von Busse

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Ferdinand von Saint André ist neuer Interimsgeschäftsführer der documenta.
Ferdinand von Saint André ist neuer Interimsgeschäftsführer der documenta © Nicolas Wefers

Nach der von Antisemitismus-Vorwürfen überschatteten documenta fifteen in Kassel hat die Kunstschau einen neuen Geschäftsführer. Auch Ferdinand von Saint André ist eine Übergangslösung.

Kassel – Dem Interimsgeschäftsführer Alexander Farenholtz folgt eine weitere Übergangslösung: Ferdinand von Saint André hat am 1. Oktober die vorübergehende Leitung der documenta und Museum Fridericianum gGmbH übernommen. Das hat Oberbürgermeister Christian Geselle in seiner Funktion als Aufsichtsratsvorsitzender der documenta gestern Nachmittag mitgeteilt.

Ferdinand von Saint André ist 50 Jahre alt und promovierter Jurist. Der verheiratete Vater von drei Kindern war zuletzt rund sechs Jahre als Geschäftsführer bei der Stiftung Gebäudeensemble Joachimsthalsches Gymnasium Templin tätig. Diese 2016 gegründete gemeinnützige Stiftung ist Trägerin der Initiative Europäische Schule Templin (est). Sie hat ihren Sitz in der 16 000 Einwohner-Stadt in der Uckermark – der Fläche nach die achtgrößte Deutschlands – sowie ein Projektbüro in Berlin. 2016 hat sie ein historisches Ensemble auf dem Gelände des früheren Gymnasiums für die Gründung der ersten Europäischen Schule in Ostdeutschland erworben. Junge Menschen aus ganz Europa sollen sie besuchen.

Kassel: „Mit Blick auf die documenta 16 wird nach einer langfristigen Lösung gesucht“

Als Justiziar und Leiter der Vertragsabteilung hatte von Saint André von 2006 bis 2014 bei der Kulturstiftung des Bundes in Halle an der Saale gearbeitet. Dort war Farenholtz, der im Juli nach dem Rückzug von Generaldirektorin Sabine Schormann nach Kassel gekommen war, bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand im Januar 2020 Verwaltungsdirektor.

Auf die Bestellung des neuen Interimsgeschäftsführers hatten sich die Stadt Kassel und das Land Hessen als Gesellschafter der documenta verständigt. OB Geselle informierte anschließend die Aufsichtsratsmitglieder. Saint André solle die documenta als vorläufiger Geschäftsführer managen, heißt es in der Mitteilung: „Mit Blick auf die documenta 16 wird natürlich nach einer langfristigen Lösung gesucht.“ Wie lange er vertraglich gebunden wird, war gestern nicht zu erfahren. „Auf meine Zeit in Kassel und die anspruchsvolle Aufgabe freue ich mich sehr“, wird von Saint André zitiert: „Die documenta liegt mir besonders am Herzen.“ (Mark-Christian von Busse)

Im Interview mit der HNA zieht der scheidende Interimsgeschäftsführer der documenta, Alexander Farenholtz, Bilanz.

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