Innenstadt

Schusswaffe im Hosenbund sorgte für Großeinsatz der Polizei

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Symbolbild mit einer Schreckschuss-Pistole "Walther P22".

Kassel. Zwei Männer, die am Mittwoch in Kassel öffentlich eine Pistole getragen haben, haben nicht nur für viel Aufregung unter Passanten, sondern auch für Polizeieinsätze gesorgt.

Wie sich später herausstellte, handelte es sich um Schreckschusswaffen. In Anbetracht der Tatsache, dass die Polizeibeamten bei solchen Einsätzen in der Regel vorher nicht wüssten, ob sie es mit einer scharfen Schusswaffe zu tun bekommen, so Polizeisprecher Matthias Mänz, seien die beiden Einsätze mit der widerstandslosen Festnahme beider Männer schlussendlich noch glimpflich ausgegangen.

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Zum ersten Einsatz sei es gegen 17.45 Uhr in Oberzwehren gekommen. Ein Passant hatte beobachtet, wie ein Unbekannter auf einem Spielplatz an der Kronenackerstraße eine Schusswaffe durchlud, die Pistole dann in seinen Hosenbund steckte und anschließend zwischen mehreren Häusern verschwand. Sofort sei ein Großaufgebot der Polizei zum Ort geeilt und hatte die Fahndung nach dem bewaffneten Mann aufgenommen.

Die Ermittlungen hätten schließlich zu einem 41-jährigen Mann aus Kassel geführt, den Beamte des Polizeireviers Süd-West kurze Zeit später in seiner Wohnung festnahmen. Dort stellten sie auch eine Schreckschusswaffe sicher, bei der es sich um die von dem Zeugen beschriebene Waffe handeln dürfte.

Verstoß gegen Waffengesetz

Da der 41-Jährige nicht im Besitz eines kleinen Waffenschein ist, der zum Führen einer solchen Waffe erforderlich ist, leiteten die Beamten ein Strafverfahren wegen eines Verstoßes gegen das Waffengesetz gegen ihn ein und stellten die Schreckschusswaffe sicher.

Gegen 20.30 Uhr ereilte die Polizei über Notruf dann eine nahezu identische Mitteilung aus der Bevölkerung. Ein Passant hatte in der Unteren Königsstraße, in Höhe der Sternkreuzung, einen Mann beobachtet, der ebenfalls eine Schusswaffe im Hosenbund stecken hatte. Wiederum seien sofort mehrere Streifen der Polizei zum Ort des Geschehens geeilt und nahmen den vom Zeugen beschriebenen Mann bei der Fahndung in Höhe der Jägerstraße fest.

Wie sich herausstellte, handelte es sich bei der von dem 42-Jährigen aus Kassel für jedermann sichtbar getragenen Waffe zwar um eine Softair-Waffe, die von einer scharfen Schusswaffe mit bloßem Auge jedoch nicht zu unterscheiden war.

Auch diese Waffe stellten die Beamten sicher. Der 42-Jährige muss sich nun wegen des Führens einer Anscheinswaffe verantworten. 

Hintergrund

Dem Umstand, dass das Tragen täuschend echt aussehender Spielzeugwaffen in der Öffentlichkeit sehr schnell für große Angst und Unruhe sorgt, hat der Gesetzgeber bereits im Jahr 2008 mit einer Änderung des Waffengesetzes Rechnung getragen. Das Führen sogenannter Anscheinswaffen ist in der Öffentlichkeit seitdem verboten und stellt eine Ordnungswidrigkeit dar, die mit einer Geldbuße in Höhe von bis zu zehntausend Euro geahndet werden kann.

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