Geplante Baustraße für Hochbehälter Kratzenberg geht am Kindergarten vorbei

Schutz für Kinder gefordert

Kassel. Die geplante Sanierung des Hochbehälters Kratzenberg am Tannenwäldchen stößt im Stadtteil auf Zustimmung. Doch viele Bürger sorgen sich um die Sicherheit der Kinder des evangelischen Kindergartens der Friedenskirche.

Denn vor deren Haustür, entlang der Dingelstedtstraße, sollen während der zweijährigen Bauphase die Baufahrzeuge rollen. Das ist die Bilanz der von vielen Anwohnern besuchten Ortsbeiratssitzung, in der das Projekt vorgestellt wurde.

Die Dingelstedtstraße eigne sich am Besten als Bauzufahrt während der Arbeiten an zwei der drei Wasserkammern des Hochbehälters, weil diese Route den Anwohnerverkehr und die Parkmöglichkeiten im Quartier an der Kölnischen Straße am Wenigsten beeinträchtige, sagte Karsten Luttrup-Bauer von der planenden stadteigenen KVV Bau- und Verkehrs-Consulting GmbH. Der Kindergarten werde durch einen hohen Bauzaun geschützt. Autos könnten auf der gegenüberliegenden Seite der Kita parken.

Genau darin sieht Pfarrer Carsten Köstner-Norbisrath von der Friedenskirche Gefahren. 96 Kinder würden von ihren Eltern dort abgesetzt und abgeholt. Die kämen häufiger mit dem Auto als zu Fuß. „Um die Mittagszeit kriegen Sie da keinen Lkw durch“, ergänzte der Anwohner Gerhard Flögel. Er regte an, für die Kinder einen direkten Zugang zum Fußgängerüberweg Schenkendorfstraße zu schaffen, damit sie nicht die Baustraße überqueren müssen.

Marcus Steffens, dessen Kind die Kita Dingelstedtstraße besucht, forderte eine Nachbesserung: „Es gibt Situationen, in denen größere Kinder den vorhandenen Zaun überklettern“, sagte er und regte an, die städtischen Planer sollten mit dem Elternbeirat gemeinsam Schutzmaßnahmen festlegen.

Mit der Kita habe man schon Kontakt aufgenommen, die Kinder sollten in die Baustelle aktiv eingebunden werden, entgegnete Bauer. Schwerpunktmäßig werde sich der Verkehr großer Lkw ohnehin auf die Freitage beschränken, sagte er. Ursprünglich hatten die Städtischen Werke einen neuen Hochbehälter neben dem alten bauen wollen, dieser – von Anwohnern heftig kritisierte – Plan war kurzfristig wegen naturschutzrechtlicher Hindernisse aufgegeben worden. Das habe man doch wohl schon wissen können, bevor viel Geld für die ursprüngliche Planung ausgegeben worden sei, meinte Flögel und fragte: „Wer hat das versemmelt?“ Diese Kritik wies Andreas Kreher von den Städtischen Werken zurück. Die Untersuchungen der früheren Planung könne man auch für das neue Projekt verwenden.

Beleuchtung

Mit der Sanierung bzw. dem Neubau im Bestand hat auch die alte Forderung des Ortsbeirats auf eine Beleuchtung des Spielplatzes am Hochbehälter wieder Chancen. Die nächtliche Gewalt und der nächtliche Lärm von Jugendlichen dort nehme zu, sagte Anwohner Timo Reidt.

Da könnten Lampen Sicherheit schaffen. Die könnten im Zuge des Neubaus installiert werden, sofern die Stadt Kassel zustimme, entgegnete Kreher. (pdi)

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