Vier junge Schwäne sollen in der Nähe von Schloss Wilhelmshöhe sesshaft werden

Lac im Bergpark wird zum Schwanensee

Die vier jungen Schwäne drehen gemeinsam erste Runden auf dem Lac. Sie sollen hier und auf dem Fontänenteich in der Nähe heimisch werden.
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Auf Erkundung: Die vier jungen Schwäne drehen gemeinsam erste Runden auf dem Lac. Sie sollen hier und auf dem Fontänenteich in der Nähe heimisch werden.

Im Bergpark Wilhelmshöhe soll es nach mehreren Jahren Pause wieder Schwäne geben. Vier Jungtiere sind auf dem Schlossteich Lac zu sehen.

An das neue Umfeld müssen sich die vier Schwäne im Bergpark erst noch gewöhnen. Das wollen sie aber offenbar nur im Quartett machen. Deshalb sind zwei von ihnen, die eigentlich den Fontänenteich als ihr Revier nutzen sollten, dann doch lieber zum Lac gelaufen, wo ihre Artgenossen schon warteten. Seit gestern ziehen sie dort jetzt gemeinsam ihre Runden.

Ein wunderschöner Anblick, den es einige Jahre nicht gab.

Mit der Unterstützung von Sponsoren hat die Museumslandschaft Hessen Kassel (MHK) jetzt wieder zwei Schwanenpaare für den Bergpark angeschafft. „Die stammen von einem Züchter aus der Nähe von Paderborn“, sagt Gartenhistoriker Siegfried Hoß. Auf nahezu allen Landschaftsgemälden, die den Bergpark zeigen, seien auch Schwäne zu sehen. Die hätten immer dazugehört. Wegen der Optik, aber auch weil sie das Gras am Uferrand kurz halten.

Ein knappes Jahr sind die jungen Schwäne erst alt. Bis sie zum ersten Mal brüten, wird es noch zwei Jahre dauern. Erst dann kann man sich sicher sein, dass sie dem Standort treu bleiben. Untereinander sind sie das ohnehin. Noch ist allerdings nicht ausgemacht, welcher der beiden männlichen Schwäne mit welchem Weibchen anbandelt. Drei von vier Namen sind bereits vergeben. „Nach unseren bislang drei Enkeln“, sagt Dorothea Fischer, die zusammen mit ihrem Mann Hardy den Ankauf der Schwäne finanziert hat. Die genaue Summe will das Ehepaar nicht nennen, einige hundert Euro dürften es aber gewesen sein. Gustav, Pina und Mai lauten die drei Schwanennamen, der vierte ist noch offen.

Hardy Fischer, der langjährige Vorsitzende des Vereins Bürger für das Welterbe, freut sich jedenfalls über die neue Attraktion auf dem Lac. Es ist wahrscheinlich schon fünf Jahre her, dass der letzte Schwan von hier verschwand. Der war schon älter und ist gestorben. Einige sind vorher bereits aus ihren im Vergleich zum Bergpark etwas wärmeren Winterquartieren an der Fulda oder in der Aue nicht zurückgekehrt. Andere wurden möglicherweise von Waschbären oder Kanadagänsen vertrieben.

Deshalb ist auch nicht gewährleistet, dass die vier jungen Schwäne in der Nähe von Schloss Wilhelmshöhe bleiben. „Wir hoffen das, wenn nicht, dann haben wir Pech gehabt“, sagt Dorothea Fischer.

Zunächst einmal sieht es allerdings danach aus, als würden sich die Schwäne durchaus wohlfühlen. Wäre ja auch kein Wunder angesichts der freien Auswahl eines in jedem Fall attraktiven Reviers mitten im Weltkulturerbe. (Thomas Siemon)

Sie haben den Kauf der Schwäne unterstützt: Dorothea und Hardy Fischer.

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