Totes Tier

Bergpark in Kassel: Jungschwan tot gebissen – war es ein Hund?

Da waren sie noch alle im Bergpark Kassel-Wilhelmshöhe beisammen: Die Jungschwäne mit dem Schloss Wilhelmshöhe im Hintergrund.
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Da waren sie noch alle im Bergpark Kassel-Wilhelmshöhe beisammen: Die Jungschwäne mit dem Schloss Wilhelmshöhe im Hintergrund.

Einer der jungen Schwäne im Bergpark Wilhelmshöhe in Kassel wurde vermutlich von einem freilaufenden Hund totgebissen. Für das Tier kam jede Hilfe zu spät.

Kassel – Der junge Höckerschwan im Bergpark Kassel-Wilhelmshöhe wurde noch nicht mal ein Jahr alt. Erst im März war das Jungtier zusammen mit drei gleichaltrigen Schwänen auf dem Schlossteich Lac im Bergpark angesiedelt worden. Jetzt ist einer der Schwäne vermutlich durch Hundebisse getötet worden. Der frühere Vorsitzende des Welterbevereins Hardy Fischer, der mit seiner Frau den Kauf der Tiere ermöglicht hat, ist erschüttert.

„Wir wollten den Parkbesuchern mit den Schwänen eine Freude machen und was ist? Die Schwäne werden zum Jagdobjekt von Hundebesitzers Liebling, der sich dann auch noch feige davonstiehlt und den Schwan verrecken lässt“, sagt er immer noch aufgebracht.

Schwan im Bergpark Wilhelmshöhe in Kassel tot aufgefunden: Tiere schutzlos gegenüber Hunden

Der Zwischenfall muss sich am Montagmorgen (03.05.2021) zwischen sieben und acht Uhr ereignet haben. „Ein Anrufer hat uns informiert, dass er einen verletzten Schwan gesehen habe“, sagt Lena Pralle, die Sprecherin der Museumslandschaft Hessen Kassel (MHK). Ein Mitarbeiter habe sich unmittelbar danach auf die Suche gemacht. Er habe den Schwan, der mehrere Bisswunden aufwies, gefunden, ihm aber nicht mehr helfen können. Das Tier sei an seinen Verletzungen gestorben.

Sie sind jetzt nur noch zu dritt unterwegs: Einer der erst im März auf dem Lac im Bergpark Kassel-Wilhelmshöhe ausgesetzten Schwäne wurde vermutlich von einem Hund totgebissen. (Archivbild)

Schwäne verbringen viel Zeit an Land. Im ufernahen Bereich fressen sie Gras und anderes Grünzeug, mehrere Kilogramm pro Tag. Da sie nicht schnell davonfliegen können, sind Schwäne gegenüber größeren Hunden nahezu schutzlos.

Dass Schwäne sich in Gesellschaft wohlfühlen beweist ein Vorfall, der sich im Dezember vergangenen Jahres ereignete. Zwei Schwäne sorgten für Verzögerungen auf der ICE-Strecke zwischen Kassel und Göttingen, denn eines der Tiere wollte nicht von der Seite seines toten Freundes weichen.

Junger Schwan im Bergpark in Kassel vermutlich totgebissen: Hunde ohne Leine sind Problem

Immer wieder komme es im Bergpark in Kassel zu Zwischenfällen mit freilaufenden Hunden. Die würden unter anderem die dort ansässigen Gänse jagen. Auch Spaziergänger hätten sich wiederholt darüber beschwert, dass nicht angeleinte Hunde ein Problem seien. Die Parkordnung mit entsprechenden Symbolen auf Tafeln an allen Eingängen sei unmissverständlich. „Hunde müssen im Bergpark immer angeleint sein“, sagt Lena Pralle. Das Aufsichtspersonal könne diese Vorgabe aber nicht rund um die Uhr überwachen.

Der frühere Vorsitzende des Welterbevereins Hardy Fischer, der mit seiner Frau den Kauf der Tiere ermöglicht hat, ist über den Tod des Schwans im Bergpark Kassel-Wilhelmshöhe erschüttert.

„Die Rücksichtslosigkeit einiger Hundehalter macht mich wütend“, sagt Hardy Fischer. Er spricht sich für mehr soziale Kontrolle aus. Nur so könne man gemeinsam diesen Missstand in den Griff bekommen. Ob er den Schwan ersetzt, lässt er offen. Zunächst einmal sei der Besitzer des Hundes in der Pflicht.

Die MHK hat unterdessen Anzeige gegen Unbekannt erstattet. Vielleicht gibt es ja Augenzeugen der Bissattacke. Hinweise nimmt die Polizei unter Tel. 05 61/91 00 entgegen. (Thomas Siemon)

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