Schwanger mit 16: „Erstmal war es ein Schock“

Bald ist es so weit: Hier zeigt eine Schwangere ihren Babybauch und ein Ultraschallbild. Foto:  dpa

Kassel. Verantwortung. Das ist wohl die gravierendste Änderung im Leben von Teenagern, die schwanger werden. Um sie darauf vorzubereiten, bietet der Kinderschutzbund bald Geburtsvorbereitungskurse an. Eine 16-Jährige erzählt.

Schwanger mit 16. Für eine Kasseler Schülerin und ihre Familie war dies erst einmal ein Schock. „Ich habe es erst ziemlich spät erfahren“, sagt sie, „bis dahin war eigentlich alles ganz normal, deshalb habe ich die Schwangerschaft zunächst nicht bemerkt.“

Die 16-Jährige war bereits im sechsten Monat, als die Schwangerschaft festgestellt wurde. Ihre Frauenärztin sagte, es sei bei jungen Mädchen nicht ungewöhnlich, dass Blutungen noch auftreten.

Jetzt steht die Entbindung kurz bevor. Und die Schülerin kann sich eigentlich immer noch nicht so richtig vorstellen, wie das Leben mit dem Kind aussehen wird. Aber sie freut sich auf ihren kleinen Sohn, mit dem sie zunächst in eine Mutter-Kind-Einrichtung ziehen wird. Denn ihr Vater, bei dem sie derzeit noch wohnt, wird sich allein nicht um den Kleinen kümmern können, wenn die junge Mutter wieder die Schule besuchen wird.

Angst verloren

Die Jugendliche möchte zunächst einmal ihren Hauptschulabschluss machen. Was sie sich am meisten wünscht? „Dass alles gut geht und wir alle gesund bleiben“, sagt sie.

Der Geburtsvorbereitungskurs habe ihr geholfen, die große Angst vor der Geburt zu verlieren und sich auf das Leben mit einem Kind vorzubereiten. Ihre Schwester wird ihr schon bei der Entbindung zur Seite stehen.

Danach wird sie ihren Weg zunächst ohne Partner gehen müssen. Denn der Vater des Kindes will zurzeit seine Verantwortung nicht übernehmen, sagt sie enttäuscht. „Sobald ich mit dem Kleinen alles gut auf die Reihe kriege, möchte ich dann wieder nach Hause“, hat sich die Schwangere vorgenommen.

Natürlich hat sie Angst, dass sie es allein nicht schaffen könnte. Aber sie weiß, dass ihre Familie sie unterstützen wird, und sie hat im Kurs gelernt, dass sie sich Hilfe holen kann. Der Austausch mit den anderen jungen Müttern hat ihr geholfen. Sie hat erfahren, dass sie mit ihrer Situation, ihren Sorgen und Ängsten nicht allein ist. Und sie wird sich in den Räumen des Kinderschutzbundes weiter mit anderen jungen Müttern treffen, wenn das Baby da ist.

„Es ist alles nicht optimal gelaufen“, sagt die Jugendliche, die sich in den vergangenen Monaten verändert hat. Als erwachsener, ruhiger und zuverlässiger beschreibt sie ihr Vater heute.

Und so schaut sie auch wieder positiver in die Zukunft. „Ich habe mir ja schließlich schon irgendwann Kinder gewünscht“, sagt sie.

Von Martina Heise-Thonicke

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