Neunjähriger aus Kassel wegen schwerer Krankheit im Rollstuhl

Schwarz-gelben Traum erfüllt: Kranker Anton trifft BVB-Trainer Klopp

BVB-Trainer Jürgen Klopp mit Anton

Kassel. Als Jürgen Klopp eine Autogrammkarte für Anton Beck unterschrieb und sich für ein Foto neben seinen Elektro-Rollstuhl kniete, fehlten dem Neunjährigen plötzlich die Worte. „Er war zu aufgeregt, um eine Frage zu stellen“, sagt Gabriele Pletzer, die ihn in der Schule betreut.

„Jürgen Klopp sieht genauso aus wie im Fernsehen“, sagt Anton mit ruhiger Stimme im heimischen Wohnzimmer über den Trainer von Borussia Dortmund.

Anton leidet unter einer genetischen Veränderung namens Spinale Muskelatrophie. Muskeln werden vom Rückenmark nicht mit Nervenimpulsen versorgt. Die Folge ist Muskelabbau.

Anton sitzt deshalb im Rollstuhl. „Er benötigt bei sehr vielen Dingen Hilfe, beim Essen, Trinken und auch zum Beispiel beim Umblättern von Seiten in der Schule“, sagt Pletzer, die ihn seit drei Jahren in der Alexander-Schmorell-Schule betreut. Pletzer war es auch, die Anton mit der BVB-Leidenschaft ansteckte.

Mit der Zeit entstand bei Anton der Wunsch, unbedingt einmal die Stars vom Dortmunder Bundesligaclub zu treffen, sagte Pletzer. Der Verein „Wünschdirwas“, der die Träume von schwer erkrankten Kindern wahr werden lässt, organisierte das Treffen am Rande eines Trainings.

Einem Star ganz nah: Der neunjährige Anton, der wegen einer schweren Krankheit im Rollstuhl sitzt, hatte die Möglichkeit, unter anderem BVB-Verteidiger Neven Subotic und andere Stars von Borussia Dortmund zu treffen.

Anton erinnert sich genau, wie der Tag ablief. Wie erst das BVB-Maskottchen kam, dann Trainer Jürgen Klopp und schließlich sein Lieblingsspieler: „Ich mag Marco Reus, der ist ein guter Spieler und hat eine coole Frisur“, sagt Anton, der sich für das Treffen mit der HNA extra ein BVB-Shirt hat anziehen lassen. Es ist nicht schwer zu erkennen, wie viel Spaß ihm der Tag gemacht hat. Von allen Spielern hat er Autogramme bekommen. Bis auf Kevin Großkreutz und Roman Weidenfeller, die seien nicht da gewesen. „Und Lewandowski hat einen roten Ferrari“, sagt Anton.

Vor einigen Wochen ging es ihm gar nicht so gut, da lag er für zwei Wochen auf der Intensivstation mit einer Lungenentzündung. Trotz der Schwächung nahm er danach am Eon-Minimarathon teil. Er fuhr die Strecke mit seinem Elektro-Rollstuhl.

Anton ist aktiv, soweit es die Krankheit zulässt: Sein Lieblingsfach in der Schule ist Sport und zu Hause malt er oder spielt mit seiner älteren Schwester. „Vorhin habe ich mit einem Flummi gespielt“, sagt er. Für das Pokalfinale heute gegen den FC Bayern München ist der Schüler aber nicht so optimistisch. „Ich glaube, der BVB wird verlieren.“

Wenn es seine Gesundheit zulässt, würde Anton gern noch mal ein Heimspiel seines Lieblingsvereins sehen. Allerdings sind die Plätze für Rollstuhlfahrer begrenzt und werden ausgelost.

„Ich würde mich sehr freuen, wenn er ein Spiel sehen könnte“, sagt Gabriele Pletzer. „Anton ist wirklich ein toller Junge.“

Von Max Holscher

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