1. Startseite
  2. Kassel

Schweinchen Porcellino soll Glück bringen

Erstellt:

Von: Thomas Siemon

Kommentare

Auf dem Florentiner Platz in der Kasseler Innenstadt gibt es einen neuen Brunnen. Die Attraktion ist das Glücksschwein Porcellino aus Bronze nach dem Vorbild aus Florenz.

Kassel – Die bangen Blicke der Organisatoren zum wolkenverhangenen Himmel waren eigentlich nicht nötig. Es gab über dem Florentiner Platz zwar einen kleinen Regenschauer, aber dann kam wie auf Kommando die Sonne raus. Ist ja auch kein Wunder, wenn ein Brunnen mit einem Glücksschwein eingeweiht werden soll. Der Kasseler Porcellino (kleiner Eber) machte seinem Bruder aus Florenz alle Ehre. Dort ist der Glücksbringer schon seit Jahrhunderten im Einsatz, die Kopie jetzt auch in der deutschen Partnerstadt.

Besser hätte der erste offizielle Auftritt der neuen Attraktion in der Kasseler Innenstadt also gar nicht laufen können. Zum 70-jährigen Bestehen der Städtepartnerschaft zwischen Kassel und Florenz hatte die Deutsch-Italienische Gesellschaft (DIG) die aus Bronze gefertigte Brunnenfigur dank der Hilfe ganz vieler Unterstützer finanziert. Von den Materialkosten, über den Bronzegießer in Florenz bis zum Transport nach Kassel war der Aufwand nicht gerade unerheblich. 80 000 Euro kamen an Spenden zusammen. Allen Unterstützern dankte Andrea Boesken, die Vorsitzende der DIG. Man sei froh und glücklich, dieses wunderbare Ereignis zusammen mit den Freunden aus Florenz feiern zu können.

Die sorgten mit einer größeren Delegation und vor allem mit ihren berühmten Fahnenschwenkern für jede Menge Aufmerksamkeit auf dem Weg vom Kasseler Rathaus zum Florentiner Platz. Dabei waren sie nur ein kurzes Stück auf der Königsstraße unterwegs, denn in die Luft geworfene Fahnen mit ihren Stangen vertragen sich nicht gut mit der Oberleitung der Straßenbahn. Über die Wilhelmsstraße kam der von Trommlern begleitete farbenprächtige Umzug in historischen Kostümen aber ohne Zwischenfälle voran.

An dem noch verhüllten Brunnen mit dem Porcellino gab es dann eine kleine Programmänderung. Vor den Reden zeigten die Fahnenschwenker den vielen Gästen und Schaulustigen noch einmal ihr Können.

Kassels Oberbürgermeister Christian Geselle begrüßte die Delegation aus Florenz auf Italienisch. Geübt hatte er schon am Abend zuvor beim offiziellen Festakt zum 70-jährigen Bestehen der Partnerschaft. Da war der Stadtverordnetensaal des Kasseler Rathauses ausgesprochen gut besucht. Im kleineren Kreis soll die Feier auf der Friedrich-Ebert-Straße noch bis in die Morgenstunden gegangen sein.

Müdigkeit ließ sich aber keiner der Beteiligten anmerken. Unter den Rednern, die das Glücksschwein Porcellino hochleben ließen, waren auch der Präsident der Gemeindevertretung aus Florenz, Luca Milani, sowie Generalkonsul Andrea Esteban Sanà. Kassel bekomme einen neuen Mitbürger, so der Tenor. Einen, der Glück und Freude bringen soll. Ab sofort kann man dem Glücksschwein eine Münze in den Mund legen, ihm die Nase reiben oder küssen und dann auf sein Glück hoffen. In Florenz funktioniert das seit dem 17. Jahrhundert – mal mehr und mal weniger. (Thomas Siemon)

Kassels neuer Brunnen mit dem Porcellino: Da freuen sich (von links) Luca Milani aus Florenz sowie Andrea Boesken (Deutsch-Italienische Gesellschaft) und Oberbürgermeister Christian Geselle.
Kassels neuer Brunnen mit dem Porcellino: Da freuen sich (von links) Luca Milani aus Florenz sowie Andrea Boesken (Deutsch-Italienische Gesellschaft) und Oberbürgermeister Christian Geselle. © Dieter Schachtschneider
Auf dem Weg zum Schweinchen-Brunnen: Die Fahnenschwenker aus Florenz sorgten für Stimmung.
Auf dem Weg zum Schweinchen-Brunnen: Die Fahnenschwenker aus Florenz sorgten für Stimmung. © Schachtschneider, Dieter

Auch interessant

Kommentare