Das Geschäft rund um die Fußballweltmeisterschaft läuft ähnlich gut wie 2006

Schweini ist der Renner

Fußballfan: Maurice Gebhardt (10) will sich noch ein neues Trikot kaufen. Auf dem Rücken soll der Name Lahm stehen. Fotos:  Koch

Kassel. „Es läuft genauso gut wie vor vier Jahren, als wir die Weltmeisterschaft im eigenen Land hatten. Das wundert mich auch“, sagt Harald Hüther. Der Chef des Geschäfts „Fan Point“ am Friedrichsplatz spricht über den Verkauf von Trikots. Von jenen, die die deutsche Nationalmannschaft bei der Fußball-WM in Südafrika (11. Juni bis 11. Juli) tragen wird. 69,95 Euro kostet solch ein Trikot beim „Fan Point“; eine Investition, die sich viele Fußballbegeisterte offenbar gern leisten.

„Das Trikot ist aber auch sehr schick“, sagt Hüther. Zudem ähnele es jenem, das die Nationalmannschaft bei der EM 1996 in England getragen hat. Damals wurde das Team unter Bundestrainer Berti Vogts Europameister. „Das ist ein gutes Omen“, sagt Hüther. Einen Unterschied gibt es aber zu der WM 2006. Hersteller Adidas biete jetzt keine gesonderten Trikots für Frauen an.

Der Ausfall von Kapitän Michael Ballack macht sich auch bei Hüther bemerkbar. Das Leben und besonders der Fußball können sehr hart sein. Ballack und die Nummer „13“ sind nicht mehr gewünscht. Die Hälfte der Kunden wolle jetzt den Namen Schweinsteiger auf dem Rücken tragen. „Podolski ist trotz allem auch noch gefragt.“

Die Verletzung des Kapitäns hat den zehnjährigen Maurice Gebhardt auch vor eine Entscheidung gestellt. Ursprünglich wollte er sich ein Ballack-Trikot zulegen. „Jetzt nehme ich eins mit Lahm“, sagt der Junge, als er in der Galeria-Kaufhof mit seiner Mutter die vielen Fan-Artikel anschaut.

Der Kaufhof sei auf Südafrika eingestellt, sagt Geschäftsführerin Brigitte Gritzner. „Unsere Postkarten mit Zebra-Aufdruck gingen weg wie warme Semmeln.“ Obst und Weine aus dem Land am Kap werden angeboten und natürlich sämtliche Fanartikel.

Diese WM wird wohl eine der lautesten werden. Auch in Kassel. Die ohrenbetäubenden Vuvuzelas, die in Afrika zum Kicken wie der Ball gehören, werden an jeder Ecke angeboten. Genauso wie schwarz-rot-goldene Fahnen, Tröten, Hüte und Blumenketten. Im Kaufhof gibt es zudem Megafone (9,99 Euro), aus denen „Ole, ole, ole“ dröhnt.

Keine Weltmeisterschaft ohne Panini-Bilder: Claudia Vetter, die in „Jochen’s Laden“ in der Königsgalerie arbeitet, verkauft mindestens 100 Päckchen am Tag. „Die laufen sehr gut.“

Bei Harald Hüther im Geschäft kann man sogar Panini-Bilder tauschen. Die guten alten Klebebilder beweisen, dass Fußball doch nicht nur knallhart ist: Obwohl Ballack gar nicht mitspielt, hat er wenigstens einen Platz im Panini-Heftchen, genauso wie der verletzte René Adler.

Von Ulrike Pflüger-Scherb

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