Verurteilter muss erst in Entziehungsanstalt

Schwere Vergewaltigung: Acht Jahre Gefängnis für 31-Jährigen aus Kassel

Kassel. Wegen besonders schwerer Vergewaltigung in drei Fällen, Nötigung, Freiheitsberaubung und gefährlicher Körperverletzung seiner ehemaligen Freundin hat das Landgericht einen 31-Jahre alten Mann aus Kassel zu einer Freiheitsstrafe von acht Jahren verurteilt.

Die 5. Strafkammer mit Richter Jürgen Stanoschek an der Spitze sah es als erwiesen an, dass der Angeklagte seine damalige Freundin am 1. April 2017 in deren Wohnung in Bettenhausen mit einem Küchenmesser bedroht, sie zu sexuellen Handlungen gezwungen und dann mehrfach vergewaltigt hat.

Weil der auch wegen Gewalttaten vorbestrafte Mann seit Jahren Amphetamine, also Speed, nimmt, wird er die ersten beiden Jahre in einer Entziehungsanstalt verbringen. Außerdem muss er 10.000 Euro Schmerzensgeld an sein damals 26 Jahre altes Opfer zahlen, das bis heute psychisch unter den Folgen der Tat leidet.

Während der Urteilsbegründung durch Richter Stanoschek konnte der Angeklagte seine Wut nur mühsam zügeln, schlug mit der Faust durch die Luft und schüttelte verächtlich grinsend den Kopf. Als er aufsprang und aus dem Gerichtssaal stürmte, drohte ihm der Richter die Fesselung von Händen und Füßen an und ließ zwei weitere Justizbedienstete kommen. Erst da beruhigte sich der Mann.

Staatsanwältin Riemenschneider hatte neun Jahre Gefängnis gefordert, Verteidigerin Köhler 13 Monate, weil Aussage gegen Aussage stehe und die Glaubwürdigkeit der Freundin zweifelhaft sei.

Nach der Vergewaltigung soll der Mann seine Freundin zum Selbstmord gedrängt haben, um die Tat zu vertuschen. Mal sollte sie sich in einem zur Schlinge geknüpften Schnürsenkel selbst erhängen, mal in der Gastherme ersticken oder Haarfärbungsmittel trinken. Weil alle diese Taten letztlich nicht ausgeführt oder vorangetrieben wurden, blieben sie beim Urteilsspruch unberücksichtigt. 

Rubriklistenbild: © Patrick Seeger picture alliance / dpa

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