Gründung steht bevor

Schwerpunkt Erneuerbare Energien: Neue Forschungseinrichtung für Kassel

Dezentrale Energietechnologie: Im geplanten Kasseler Forschungsinstitut wird man sich unter anderen mit Fotovoltaik (oben links), Windkraft (rechts), Biogas (unten links) und Elektroantrieb (unten Mitte) beschäftigen. Fotos: dpa 3/Schäfer

Kassel. Kassel wird in Kürze Sitz einer neuen Forschungseinrichtung sein. Das geplante Institut für dezentrale Energietechnologie (IDE) an der Universität Kassel steht unmittelbar vor der Gründung.

Das sagte SMA-Vorstandssprecher Günther Cramer auf dem traditionellen Solarempfang am Freitag in Niestetal. Der Empfang wird jährlich von SMA, Kreis und Stadt Kassel sowie vom Kompetenznetzwerk im Bereich der erneuerbaren Energien, Deenet, ausgerichtet.

Nach den bisherigen Plänen soll das Institut mit zunächst vier Professoren und etwa einem Dutzend Mitarbeiter starten. In der Endausbaustufe könnten es 60 bis 80 Beschäftigte werden. Getragen werden soll das IDE von einer Gesellschaft, an der die Uni 50, Stadt Kassel und Deenet je fünf und die regionale Wirtschaft 40 Prozent halten. Neben SMA wollen sich auch Eon Mitte, die Städtischen Werke Kassel, der Heiztechnik-Hersteller Viessmann aus Allendorf (Kreis Waldeck-Frankenberg) sowie voraussichtlich auch der Kasseler Erdöl- und Erdgasproduzent Wintershall an der Gesellschaft beteiligen.

Die Initiatoren hoffen, dass auch Volkswagen einsteigt. Auf Anfrage teilte der Sprecher des Volkswagen-Werks Kassel in Baunatal, Rudi Stassek, mit, dass VW „der Beteiligung aufgeschlossen gegenübersteht“ und in Kürze darüber entscheiden will. Der Anteil der Stadt Kassel soll später zugunsten nordhessischer Landkreise verringert werden, damit die gesamte Region in das Projekt eingebunden wird.

Der hessische Wirtschaftsminister Dieter Posch erklärte auf Anfrage, dass sein Haus grundsätzlich bereit sei, das Projekt mit insgesamt rund zwei Millionen Euro aus dem Fonds für Regionalentwicklung zu fördern, wenn die Region einen entsprechenden Beitrag leiste. Diese Voraussetzung gilt mit dem Engagement der Wirtschaft und der Beteiligung der Stadt Kassel und der Kreise als erfüllt.

Über die Aufteilung der Investitionen von 25 Millionen Euro ist noch nicht entschieden. Es wird aber erwartet, dass dafür vor allem die Wirtschaft aufkommt, weil sie den größten Nutzen vom IDE haben dürfte.

Forschungsschwerpunkt des IDE wird neben den erneuerbarer Energien und dezentrale Energietechnologien auch die Elektromobilität sein. Wie berichtet, hat das Volkswagen-Werk Kassel in Baunatal erst unlängst den Zuschlag für die Entwicklung und den Bau des Antriebsstrangs für das erste Elektroauto des Wolfsburger Konzerns, den E-Up, erhalten.

Die einzelnen Forschungsprojekte sollen vom Deenet koordiniert werden. Mittelfristig soll der Großteil des Etats über Einnahmen aus Forschungs- und Entwicklungsaufträgen der Wirtschaft abgedeckt werden.

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