Grüne haben noch keinen Nachfolger für Joachim Lohse benannt

kassel. Die Kasseler Grünen sind noch immer auf der Suche nach einem Nachfolger für den Ende Juni nach Bremen gewechselten Stadtbaurat Dr. Joachim Lohse. Laut Fraktionschef Gernot Rönz stehen noch einige Gespräche aus.

Ende Oktober wollen sich Parteivorstand und Fraktion nach einer zweiten Vorstellungsrunde auf einen oder mehrere Bewerber einigen.

Anfang November sollen der oder die Kandidaten während einer Mitgliederversammlung vorgestellt werden. In der Dezembersitzung der Stadtverordneten soll der neue Baudezernent gewählt werden. Einen Favoriten gibt es anscheinend nicht. Rönz spricht von drei bis vier Kandidaten, die man alle für fähig halte, das große Kasseler Baudezernat zu führen. „Es gibt nicht den einen, der alles mitbringt“, sagt er. Eine Stadtbaurätin wird es jedenfalls nicht geben. Zwar gab es eine Kandidatin, diese habe ihre Bewerbung aber wieder zurückgezogen. „Der Markt ist eher männlich besetzt“, sagt Rönz.

Die Grünen haben bundesweit gesucht. Einige der Kandidaten für den Chefsessel im Baudezernat, die in der engeren Wahl sind, sollen eine Verbindung zur Region haben. Die neunköpfige Findungskommission der Grünen hatte ihren Blick diesmal verstärkt auf heimische Fachleute wie den Verkehrsplaner Wolfgang Nickel (Planungsgruppe Nord), den Architekten Christof Nolda sowie auf Professoren der Kasseler Universität wie den Stadtplaner Uwe Altrock und Verkehrsplaner Hartmut Holzapfel gerichtet. Einige der Genannten hatten ein Interesse an der Position dementiert.

Neben der regionalen Verankerung zählen Fachkompetenz und politische Nähe zu den Grünen als wichtige Auswahlkriterien. Anders als der damals ebenfalls von den Grünen vorgeschlagene parteilose Ökomanager Lohse, der vom Ökoinstitut Freiburg ins Kasseler Rathaus gewechselt war, sollen die infrage kommenden Bewerber nun alle vom Fach sein. Der Ringtausch im Magistrat ist jedenfalls vom Tisch. Kämmerer Dr. Jürgen Barthel (SPD), der seit Jahren immer wieder als kommissarischer Stadtbaurat tätig ist, will das Baudezernat nicht übernehmen. Aus Sicht der Grünen gibt es inzwischen auch qualifizierte Bewerber für den Posten.

Angesichts der politischen Erfolge der Ökopartei seien mehr Menschen aus dem grünen Umfeld bereit, Verantwortung in Führungspositionen zu übernehmen, sagt Rönz. Kassel sei für viele noch immer attraktiv, auch wegen der Besoldung. Der Führungsposten im Kasseler Baudezernat werde mit B 6 eingestuft - das entspricht einem monatlichen Grundgehalt von etwa 7600 Euro.

Von Ellen Schwaab

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