Generalprobe für das Festival der besten Artisten im Circus Flic Flac

Schwitzen in der Manege

Proben für die Premiere: „Jonglage mit vertonten Kampfeinheiten“, so nennen Jochen Pfeiffer (hinten) und Florian Müller ihr Programm. Fotos: Koch

Kassel. Als Larissa Kastein auf dem Kopf steht, scheint die Welt für sie erst richtig herum zu sein. Gekonnt streckt sie die Beine nach vorn, nach hinten, mal eine Schere oder eine Grätsche. Vater Benno gibt gleichzeitig Anweisungen.

Proben für Premiere

Heute ist Generalprobe für die Premiere des „Festivals der besten Artisten“ im Circus Flic Flac. Die besondere Magie der Manege ist spürbar: Nebelschwaden und Disco-Lichter setzen die zwölf Meter lange Bühne in Szene. Dennoch ist bei dieser Generalprobe noch nichts so, wie es am Donnerstag bei der großen Premiere sein soll.

„Die Artisten mit der Trapeznummer sind viel zu spät, ich weiß nicht, ob die noch mitmachen können“, sagt Benno Kastein etwas genervt. Er ist der Direktor des Flic Flac und des Festivals. Nach einigen Lichtproblemen, die die Probe um Stunden nach hinten verschoben haben, geht es endlich los.

Larissa ist die Erste. Mit ihrer Handstandnummer eröffnet sie die Show in der Manege. Mit 22 Jahren ist Larissa schon eine alte Häsin im Artistengeschäft. Sie macht Akrobatik, seit sie denken kann. „Mit dieser Nummer, die auch Wasserelemente enthält, trete ich seit fünf Jahren auf“, sagt sie. Aufgeregt sei sie noch nicht, aber das komme immer erst kurz vorher. Bei der Probe soll sie aber nur ein paar Elemente aus ihrer Show zeigen. Denn es warten noch 49 andere Artisten aus aller Welt auf ihre Probe.

Kurz bevor sie ihre Hände auf den silbernen Stangen fixiert, die dann ihr Körpergewicht tragen, drückt sie unwillkürlich ihre Kniescheiben durch. Ein kleines Zeichen ihrer Anspannung. Während Larissa und ihre treuen Helfer ihre Requisiten von der Bühne räumen, wartet schon ein anderes Duo auf seinen Auftritt. „Get the Shoe“ nennen sich die beiden Berliner, die mit ihrer Jonglagekunst schon auf vielen Bühnen der Welt standen.

„Erst haben wir das mit der Jonglage nur hobbymäßig gemacht - wir haben ja auch noch studiert: Geschichte und Mathematik“, sagt Jochen Pfeiffer. Dann haben sie immer mehr Angebote bekommen und seit 2004 sind sie hauptberuflich Jongleure. Dabei haben sie eine eigenwillige Interpretation der Jonglage entwickelt.

Jonglage mit Kampfkunst

„Das Besondere ist, dass wir unsere Jonglage in einem mit großen Toneffekten angereicherten Kampf einbringen - so wie in den Bruce-Lee-Filmen“, sagt Florian Müller. Allerdings hätten die beiden auch viel Comedy im Repertoire. „Wir nennen uns ,Get the Shoe‘, weil der eine dem anderen die Schuhe klauen will und daraufhin unser Kampf beginnt“, erklärt Müller mit einem Lächeln. Für die beiden ist das Besondere an diesem Festival, dass das Publikum entscheidet, wer zum Schluss als Sieger nachhause fahren wird. „Es wird hart, aber wir freuen uns“, sagt Müller.

Von Meryl Szerman

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