E-Roller dürfen auf Campus nicht bereitgestellt werden

Uni Kassel schiebt Anbietern Riegel vor: E-Scooter müssen draußen warten

Eine Reihe E-Scooter verschiedener Anbieter steht auf dem Vorplatz zum Campus am Holländischen Platz.
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Dürfen nur noch am Rande des Campus aufgestellt werden: Die Uni möchte „Wildwuchs“ mit E-Scootern vorbeugen. Unser Bild zeigt den Eingang zum Campus Holländischer Platz.

Kassel – Die Universität Kassel schiebt Anbietern von E-Scootern den Riegel vor. Sie dürfen ihre Elektrotretroller nicht auf dem Campus aufstellen. Andernfalls werden die Fahrzeuge vom Gelände entfernt. Wir beantworten Fragen zum Thema.

Dürfen gar keine Scooter mehr auf den Campus?
Doch. Die Elektroroller dürfen in Schrittgeschwindigkeit auf dem Campus genutzt werden. Allerdings möchte die Hochschule nicht, dass die Anbieter ihre Fahrzeuge auf dem Gelände bereitstellen. „Auch weil es sich um ein kommerzielles Angebot handelt“, wie eine Sprecherin auf HNA-Nachfrage sagte. Man wolle verhindern, „dass Wildwuchs mit E-Scootern auf dem Unigelände entsteht“, sagte Karl Haase von der Abteilung Bau, Technik und Liegenschaften der Uni kürzlich im Ortsbeirat Nord-Holland.
Kann man E-Scooter noch auf dem Unigelände parken?
Jein. Von den vier Anbietern haben zwei – nämlich Skooty und Tier – das Hochschulgelände ohnehin als „No-parking-Area“ ausgewiesen. Das heißt, die Fahrzeuge sind so programmiert, dass sich der Mietvorgang dort nicht beenden lässt. Die beiden anderen Anbieter (Bird und Lime) haben keine solche Abstellblockade für den Campus. Ihre Fahrzeuge können dort also von Nutzern geparkt werden. Teilweise entfernt der Wachdienst der Uni aber auch diese Scooter. „Sollten sie zum Beispiel im Bereich eines Behindertenparkplatzes, Feuerwehrzufahrt, Blindenleitsystem oder Ähnlichem abgestellt worden sein, erfolgt eine Umsetzung auf den öffentlichen Straßenraum an Stellen, wo sie nicht im Weg sind“, teilt die Hochschule mit.
Warum haben zwei Anbieter den Campus zur Park-Sperrzone gemacht?
So verfahre man grundsätzlich bei Privatgelände, sagt Philip Reinckens, der aus Kassel stammende Deutschland-Chef der Firma Tier. Neben den Campusteilen am Holländischen Platz, an der Kunsthochschule und an der Ing.-Schule seien beispielsweise auch die Karlsaue und das Gelände des Klinikums als Sperrzone eingerichtet, in der Tier-Nutzer keine Scooter abstellen können. Auch bei dem Kasseler Anbieter Skooty gibt es auf dem Campus eine digitale Abstellschranke für die Fahrzeuge. Das mache man auch deshalb, weil auf dem verwinkelten Uni-Gelände das Suchen der Scooter zum Aufladen oder Umstellen zu aufwändig sei, sagt Sprecher Florian Kleinschmidt. Beide Unternehmen stellen ihre Scooter nach eigenen Angaben nur in den Eingangsbereichen des Campus auf. Das betont auch die Firma Bird auf HNA-Anfrage. Aber die Bird-Nutzer könnten dort parken. „Wir sind von der Universität nicht anderweitig angewiesen worden“, so ein Bird-Sprecher. Man sei aber offen für Gespräche.
Dürfte die Stadt E-Scooter verbieten?
Nein, für den öffentlichen Straßenraum gelten andere Regeln.  „Bei den E-Scootern handelt es sich um eigenwirtschaftliche Angebote, die im Rahmen des Straßenrechts und des Straßenverkehrsrechts zulässig sind“, erklärte ein Rathaussprecher auf HNA-Anfrage.
Welche Möglichkeiten hat die Stadt, die Scooter auf bestimmte Bereiche zu beschränken?
Grundsätzlich sind E-Scooter auf Radwegen, Radfahrstreifen und in Fahrradstraßen erlaubt. Fehlen diese, dürfen sie auf die Fahrbahn ausweichen. „In diesen Fällen kann und darf eine Stadt nichts beschränken“, so der Rathaussprecher. Auf Gehwegen, in der Fußgängerzone und in Einbahnstraßen entgegen der Fahrtrichtung sind die E-Scooter verboten.
Und wie sieht es beim Abstellen aus?
Bisher seien die E-Scooter noch kein mengenmäßiges Problem an bestimmten Orten, so der Stadtsprecher. Gleichwohl stehe ein Teil der Fahrzeuge ungünstig oder gefährdend auf Gehwegen. Das führe zu Beschwerden. „Hierzu befindet sich die Stadt Kassel in engem Austausch mit den Anbietern.“ Sofern sich an bestimmten Orten die abgestellten E-Scooter ballen, sei die Stadt Kassel grundsätzlich bereit, Stellflächen in der Nähe auszuweisen. Bis jetzt sei das noch nicht der Fall. (Katja Rudolph)

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