HNA-Bericht löst Spendenwelle aus – Vier weitere Avatare fürs Klinikum

Sechs kleine Roboter für krebskranke Kinder

Froh über die gespendeten Roboter: Claudia Röllke (links) und Stefan Degenhardt (rechts) vom Verein für krebskranke Kinder mit Krebspatientin Konstanze Nagel (2. v. links), Viola von Elsner von der Stiftung Immunonkologie und Dr. Michaela Nathrath, Direktorin der Klinik für Pädiatrische Onkologie und Hämatologie.
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Froh über die gespendeten Roboter: Claudia Röllke (links) und Stefan Degenhardt (rechts) vom Verein für krebskranke Kinder mit Krebspatientin Konstanze Nagel (2. v. links), Viola von Elsner von der Stiftung Immunonkologie und Dr. Michaela Nathrath, Direktorin der Klinik für Pädiatrische Onkologie und Hämatologie.

Die kleinen Roboter Bobi und Evy bekommen Unterstützung: Die Avatare, die am Klinikum Kassel krebskranke Kinder während des Heilungsprozesses unterstützen, erhalten Verstärkung durch Ronny, Heidi, Georg und Emre.

Nach einem HNA-Bericht über den Einsatz der kleinen Roboter, die anstelle der Kinder den Unterricht in der Schule verfolgen, erlebte der Verein für krebskranke Kinder in Kassel eine große Spendenbereitschaft.

So sind künftig sechs Avatare im Einsatz, damit die Kinder den Schulstoff während der Therapie nicht verpassen.

Das Prinzip der Avatare ist leicht erklärt: Die Roboter sind im Schulalltag quasi Augen und Ohren der kranken Kinder. Diese können aus dem Krankenbett mittels einer App auf dem Tablet das Unterrichtsgeschehen in Ton und Bild verfolgen und sich über den Roboter auch äußern und melden.

Von einer Erfolgsgeschichte spricht Claudia Röllke, Vorsitzende des Vereins. Nachdem über die seit Anfang des Jahres eingesetzten Avatare berichtet wurde, hätten sich viele Privatpersonen und Institutionen gemeldet. Darunter waren zwei ältere Damen, die beide 3500 Euro spendeten, um je einen Miniroboter des norwegischen Herstellers No Isolation anschaffen zu können. Auf Wunsch der Spenderinnen bekamen sie die Namen Heidi und Ronny. „Ronny hieß der verstorbene Mann einer der Frauen“, erzählt Röllke.

Aber damit nicht genug. Diese Woche kam die Geschäftsführerin der in München ansässigen Bristol Myers Squibb-Stiftung Immunonkologie, Viola von Elsner, nach Kassel, um einen weiteren Avatar zu übergeben. Er trägt den Namen Emre, benannt nach dem Fußballprofi Emre Can. „Emre Can ist der Avatar-Botschafter der Stiftung“, sagt Viola von Elsner. Diese hatte bei einem Heimatbesuch in Wolfhagen kürzlich in der HNA über das Projekt am Klinikum gelesen. Sofort habe sie sich in München für eine Unterstützung starkgemacht.

Zudem gibt es noch eine Spendeninitiative von Schülern der Georg-Christoph-Lichtenberg-Schule, bei der ebenfalls das nötige Geld für die Anschaffung eines Avatars zusammengekommen ist. Dieser heißt passenderweise Georg.

Die Technik sei eine große Hilfe für ihre Patientinnen und Patienten, sagt Prof. Michaela Nathrath, Direktorin der Klinik für Pädiatrische Onkologie und Hämatologie. Während der intensiven Phase der Therapie, die etwa sieben bis zwölf Monate dauere, würden so die Kinder und Jugendlichen nicht vom Schulstoff abgehängt.

Aber auch das Alltagsleben in der Schule können die schwerkranken Kindern so miterleben. Denn die Avatare werden von den Mitschülern auch auf den Schulhof mitgenommen für einen privaten Plausch, wie Konstanze Nagel erzählt. Die 15-jährige Schülerin aus Homberg ist an Krebs erkrankt und kann seit Anfang des Jahres den Avatar Bobi nutzen. Durch die Teilnahme am Unterricht bleibe die Tagesstruktur erhalten. Dies sei eine wichtige Stütze, so die Schülerin.

Und auch ihre Mutter ist froh und erleichtert, dass es Bobi gibt. „Wenn ich zur Arbeit gehen muss, weiß ich, dass Konstanze nicht allein ist“, sagt Antonia Nagel. Bobi ist Konstanzes Verbindung in den Schulalltag.

Die Nachfrage nach Avataren ist groß. Vier Geräte sind bereits an erkrankte Schülerinnen und Schüler verliehen. Der Verein für krebskranke Kinder benötigt aber erst mal keine neuen Geräte. (Bastian Ludwig)

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