Sechs Jahre verspätet: Bahn baut

Arbeiten an Nordflügel des Kulturbahnhofs beginnen

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Das Baugerüst steht: Die Natursteinplatten an der Nordfassade des Kasseler Hauptbahnhofes sind abgenommen worden. Nun wird der Zustand der Fassade überprüft, bevor die eigentlichen Sanierungsarbeiten beginnen können.

Kassel. Von außen ist kaum eine Veränderung zu erkennen. Noch immer sind die Schutzplatten mit dem Caricatura-Schriftzug am Gerüst der Nordfassade des Hauptbahnhofes angebracht. Die Arbeiten an der Fassade haben nun aber begonnen – nach sechs Jahren Wartezeit.

„Vor zwei Wochen hat die Bahn unser Schutzgerüst zum Arbeitsgerüst umgebaut“, sagt Saskia Wagner vom Projektmanagement der Caricatura-Galerie. In Absprache mit der Deutschen Bahn habe man sich aber darauf verständigt, dass die Schutzplatten mit dem Caricatura-Schriftzug bleiben dürfen.

Der Bahnhof im Regiowiki

Die durch das Schutzgerüst hinzugewonnene Ausstellungsfläche ist weggefallen. „Das jetzige Gerüst besitzt kein Dach mehr, sodass die Fläche nicht mehr für Ausstellungen genutzt werden kann“, sagt Saskia Wagner. Bereits seit Mitte September hat die Caricatura die Fläche geräumt, da mit einem wesentlich früheren Beginn der Sanierungsarbeiten gerechnet wurde.

Für die Zukunft erhofft sich die Galerie jedoch einen dauerhaften Vorbau, der als Ausstellungsfläche genutzt werden kann. „Wir werden diesbezüglich die Deutsche Bahn und die Stadt Kassel um ein Gespräch bitten“, sagt Saskia Wagner.

Die Deutsche Bahn teilt auf Nachfrage der HNA mit, dass die Sanierungsarbeiten Ende kommenden Jahres abgeschlossen sein werden.

„Wir mussten den Zeitplan, der den Abschluss der Sanierungsarbeiten für März vorsah, erneut korrigieren“, heißt es aus der Pressestelle. Zunächst müsste nach Abnahme der Natursteinplatten die Fassade auf ihren Zustand überprüft werden. Erst dann sei klar, wie umfangreich die Sanierungsarbeiten sein werden. Danach könne man mit der eigentlichen Sanierung loslegen.

Auch die Investitionssumme hat die Bahn nach oben korrigiert. Sprach man 2010 noch von 850.000 Euro, rechnet man nun mit Sanierungskosten von mindestens 900.000 Euro. Konkrete Zahlen möchte die Bahn aber noch nicht nennen.

Bereits seit 2006, nachdem Fassadenteile aus Muschelkalk abgefallen waren, steht ein Gerüst vor der Nordfassade des Hauptbahnhofes. In sechs Jahren wurden lediglich Voruntersuchungen an der Fassade durchgeführt. Sonst tat sich nichts. Immer wieder verschob die Bahn den Sanierungszeitplan.

Von Florian Quanz

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