Wahl am 27. März

Sechs wollen ins Rathaus: Oberbürgermeister-Kandidaten stehen fest

Glänzender Löwe und Stadtwappen im Hintergrund: Bei der Oberbürgermeister-Direktwahl am 27. März wird der Verwaltungschef des Kasseler Rathauses bestimmt. Archivfoto:  Fischer

Kassel. Es gibt Favoriten und krasse Außenseiter bei der Direktwahl zum Kasseler Oberbürgermeister. Möglicherweise geht es sogar mit einer Stichwahl in die zweite Runde. Aber eines steht jetzt schon fest: Das künftige Stadtoberhaupt Kassels wird  keine Frau sein. Beworben haben sich nur Männer.

Freitag ist die Frist abgelaufen. Zu den bereits bekannten Namen ist Olaf Petersen (parteilos) hinzugekommen. Er geht für die Piratenpartei ins Rennen. Damit gibt es jetzt sechs Kandidaten, die ins Kasseler Rathaus wollen, so viele wie bei keiner OB-Direktwahl zuvor. Von den Parteien, die in der Stadtverordnetenfraktion vertreten sind, haben lediglich die FDP und AUF-Kassel keinen eigenen Kandidaten. AUF hat angekündigt, dass sie Kai Boeddinghaus, den Kandidaten der Linken, unterstützen will. Die FDP hat sich bislang nicht festgelegt. Offiziell wird die Kandidatenliste am kommenden Freitag, 28. Januar. Dann tagt der Wahlausschuss.

Theoretisch hätten auch Bewerber antreten können, die von keiner Partei vorgeschlagen werden. Dafür braucht man 142 Unterschriften, doppelt so viele, wie es Sitze in der Stadtverordnetenversammlung gibt. Nach Angaben der Stadtverwaltung gibt es keinen Bewerber, der das erfüllt.

Der Kasseler Oberbürgermeister wird für sechs Jahre gewählt. Bei der Wahl im Jahr 2005 setzte sich Bertram Hilgen (SPD) in der Stichwahl mit 53,38 Prozent der abgegebenen Stimmen gegen den damaligen Amtsinhaber Georg Lewandowski (CDU) durch.

Bertram Hilgen Seit 2005 ist Bertram Hilgen Oberbürgermeister. Der 56-jährige Jurist geht für die SPD ins Rennen. Sein politisches Handwerk hat er bei Hans Eichel gelernt, für den er in dessen Zeit als Ministerpräsident arbeitete. Hilgen war Regierungspräsident und Leiter des Kommunalen Gebietsrechenzentrums.

Ernst Wegener Der Historiker und Journalist ist in der Politik bislang nicht in Erscheinung getreten. Wegener ist stellvertretender Abteilungsleiter im Ministerium für Wissenschaft und Kunst. Der 55-Jährige soll für die CDU punkten. Seine Chefin im Ministerium ist die CDU-Kreisvorsitzende Eva Kühne-Hörmann.

Andreas Jürgens Der 53-jährige Landtagsabgeordnete der Grünen will nach einem Krankenhausaufenthalt möglichst bald wieder in den Wahlkampf eingreifen. Der Jurist ist seit zehn Jahren einer von zwei Vorsitzenden der Kasseler Grünen und rechnet sich Chancen darauf aus, in die Stichwahl zu kommen.

K. Boeddinghaus Mitglied bei den Linken ist Kai Boeddinghaus (51) nicht, gehört aber zur Fraktion. Er ist Geschäftsführer eines Reisebüros im Vorderen Westen und hat die gleiche Funktion beim Bundesverband für Freie Kammern. Bevor er in die Politik ging, engagierte er sich für die freien Kita-Träger.

Bernd Häfner Als Einzelkämpfer für die Freien Wähler ist Bernd W. Häfner Stadtverordneter. Bis zum Jahr 2005 gehörte der 60-Jährige der CDU-Fraktion an, die er im Streit verließ. Häfner war Geschäftsführer des Deutschen Amateur-Radio-Clubs mit Sitz in Baunatal und arbeitet heute als freier Berater.

Olaf Petersen Ein bislang unbeschriebenes Blatt in der Kasseler Kommunalpolitik ist Olaf Petersen (45). Er ist kein Mitglied, geht aber für die Piratenpartei ins Rennen. Petersen arbeitet in der Logistikbranche. Die Piraten fordern unter anderem, dass bei Investitionen ab 15 Millionen Euro eine Bürgerbefragung stattfinden soll.

Von Thomas Siemon

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