Demonstration vor dem Obelisken

Protest gegen das Sterben im Mittelmeer: Kundgebung der Bewegung Seebrücke in Kassel

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Demonstrierten vor dem Obelisken: Die Bewegung Seebrücke setzt sich für die Rechte Geflüchteter und gegen die Kriminalisierung von Seenotrettung im Mittelmeer ein. 

Rund 350 Menschen demonstrierten heute in Kassel bei der Kundgebung der Bewegung Seebrücke gegen das Sterben im Mittelmeer und für sichere Fluchtwege.

Kassel – Etwa 15 bis 20 Meter ist sie lang, die Liste mit den Namen von 34.000 Menschen. Menschen, die in den Monaten Mai bis Oktober vergangenen Jahres bei ihrer Flucht nach oder in Europa ertrunken sein sollen.

Mit dieser Aktion machte die soziale Bewegung Seebrücke Kassel bei einer Kundgebung auf die Rechte von Geflüchteten und gegen die Kriminalisierung der Kapitänin Carola Rackete vor dem Obelisken in der Treppenstraße aufmerksam. „Es ist wichtig zu wissen, dass hinter all den Namen Menschen stehen“, sagte Axel Garbelmann von der Seebrücke Kassel, der die Veranstaltung moderierte.

Laut Veranstalter versammelten sich 350 Menschen, um sichere Fluchtwege zu fordern – wie bundesweit Tausende weitere, die sich laut Michael Heldt von der Seebrücke in 90 Städten versammelt hatten. Laut Polizei waren in Kassel rund 110 Menschen vor Ort, alles sei friedlich verlaufen, sagte ein Sprecher.

Der ausgewählte Ort für die Kundgebung erkläre sich von selbst, sagte Heldt. „Wir finden, der Obelisk ist der beste symbolische Ort für Themen, die Migration betreffen.“ Und weiter: „Carola Rackete hat eine mutige Entscheidung getroffen.“ Das erfordere nun weitere mutige Entscheidungen, denn aufnahmebereite Kommunen und Städte gebe es bereits.

Die deutsche Kapitänin des Rettungsschiffs „Sea Watch 3“ war vergangene Woche mit mehr als 40 Migranten an Bord trotz Verbots der Regierung in Rom in italienische Gewässer gefahren. Die 31-Jährige wurde verhaftet, wieder freigelassen, nun droht ihr der Prozess.

Rackete habe das einzig Richtige getan und so Menschenleben gerettet, sagte Kati, von der Seebrücke und vom Asta der Uni Kassel. Sie forderte, dass ein Nothafen für Geflüchtete zur Verfügung gestellt werden müsse und rief den „Notstand der Menschlichkeit“ aus.

Man sei wütend über das Hin- und Herschieben der Menschen, die vor Not und Elend flüchten, sagte Jolanta Lisowski, Aktive bei der Seebrücke Kassel. Sie übte bei der Kundgebung Kritik an der Europäischen Union: „Werte und Würde ertrinken im Mittelmeer.“ Auch weiterhin werde es einen Grund zum Empören geben, dieses Problem heiße Rassismus.

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