Heute ist Rosenmontag

Kasseler Prinzenpaar: „Wir sehnen uns danach, richtig zu feiern“

Die Prinzessin und ihre zwei Prinzen: Das Kasseler Prinzenpaar Kathrin Vaupel und Lars Küllmar mit seinem im vergangenen Jahr geborenen Sohn Marlon.
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Die Prinzessin und ihre zwei Prinzen: Das Kasseler Prinzenpaar Kathrin Vaupel und Lars Küllmar mit seinem im vergangenen Jahr geborenen Sohn Marlon.

Erst der Anschlag in Hanau, dann der auf den Rosenmontagsumzug in Volkmarsen und dann noch Corona: Das vergangene Jahr war für Karnevalisten eine schwere Zeit.

Kassel – Zum Rosenmontag sprachen wir mit dem Kasseler Prinzenpaar, Prinz Lars II. (Küllmar) und Prinzessin Kathrin (Vaupel).

Wie haben Sie als Prinzenpaar das vergangene Karnevalsjahr erlebt?

Prinz Lars: Die schönste Zeit im Kasseler Karneval beginnt am 11.11. mit der Eröffnung im „Landhaus Meister“ durch den Verein „Fuldatal die Windbiedel“ um 11:11 Uhr. Da ist man als Prinzenpaar noch nicht inthronisiert, aber man startet schon in den Karneval. Nach der abendlichen Ernennung hatten wir 2019 dann bis zum 1. Advent viele schöne Eröffnungssitzungen der Vereine.

Prinzessin Kathrin: Die heiße Phase beginnt dann ab Weiberfasching, gefolgt vom Rathaussturm am Samstag. Sicher war der Rathaussturm 2020 und auch der Rosenmontag durch die Anschläge getrübt. Aber wir haben diese Tage trotzdem in guter Erinnerung, da wir für ein friedliches miteinander und gegen Rassismus gefeiert haben.

Was war denn dann in Zeiten von Corona überhaupt noch an Karneval möglich?

Prinzessin: Eigentlich war im ersten Lockdown nichts mehr möglich. Sehr schmerzlich war, dass wir die Aktiven der GKK nicht zu den Meisterschaften für karnevalistischen Tanzsport begleiten konnten, da diese ausgefallen sind. Die Aktiven trainieren für solche Ereignisse das ganze Jahr mehrmals wöchentlich und konnten dann ihr Können nicht unter Beweis stellen. Das tat schon weh.

Prinz: Es war auch schade, dass die ganzen Sommerveranstaltungen von Zissel bis Wehlheider Kirmes ausgefallen sind, bei denen wir sonst als Prinzenpaar im Einsatz gewesen wären. Schön war, dass die Waldauer Entenkirmes eine Möglichkeit zum Mitfeiern per WhatsApp-Video geboten hat.

Was haben Sie besonders vermisst?

Prinz: Wir sehnen uns doch alle danach, wieder richtig feiern zu können. Es schmerzt, dass auch jetzt noch keine Karnevalsveranstaltungen möglich sind.

Prinzessin: Wir vermissen die Besuche in den Altenheimen und den Kinderkarneval. Es gibt nichts Schöneres, als Kinderaugen zum Leuchten zu bringen und die Senioren an ihre Jugend zu erinnern.

Wie zu hören war, haben Sie die karnevalslose Zeit für ein sehr persönliches Ereignis genutzt.

Prinzessin: Ja, wir sind im Oktober stolze Eltern eines kleinen Prinzen geworden. Marlon gehört zu unserer Zeit als Prinzenpaar definitiv dazu. Denn bei der Weiberfastnacht und beim Rathaussturm war ich bereits schwanger.

Prinz: Marlon ist unsere ganz persönliche Erinnerung an die Prinzenzeit und ist auch ein waschechter Karnevalist. Wenn er sich gar nicht beruhigen lässt, ist das beste Mittel, ihm Lieder aus dem Karneval vorzuspielen. Da reagiert er sofort und ist wieder gut drauf. Marlon hat auch in seinem Kinderzimmer einen Prinzenorden hängen.

Und dann hat sich die Karnevalsprinzessin aus Kassel auch noch in den Schwalm-Eder-Kreis entführen lassen?

Prinzessin: Ja, das Ganze ist mit einem weinenden und einem lachenden Auge geschehen. Haddamar gehört zu Fritzlar, beides sind Karnevalshochburgen. Wir sind also quasi vom Karneval zum Karneval umgezogen. Es gibt in Kassel kaum freie Kapazitäten bei Hebammen und Tagesmüttern, auch die Perspektive für einen Kitaplatz und bezahlbare Wohnungen für eine kleine Familie waren in Kassel schlecht. Deshalb sind wir in den Schwalm-Eder-Kreis gezogen.

Werden Sie als das bedauernswerteste Prinzenpaar in die Kasseler Karnevalsgeschichte eingehen?

Prinzessin: Nein, das sehen wir eigentlich nicht. Wir haben als Prinzenpaar mitgetrauert, aber auch die klare Geste gegen Terror und Rassismus beim Rathaussturm mitverdeutlichen können. Aber wir gehen auf jeden Fall in die Geschichte des Kasseler Karnevals ein, weil wir das erste GKK-Prinzenpaar sind, das zwei Jahre im Amt ist.

Prinz: Wir hoffen, dass es im Sommer besser wird und wir Veranstaltungen wie den Zissel mitnehmen können. Und seien wir doch mal ehrlich: So eine ganz normale Amtszeit ohne etwas Besonderes, das ist ja irgendwie auch langweilig, oder? Wir werden uns immer an diese Regentschaft mit ihren schönen und auch nicht so schönen Zeiten zurückerinnern.

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