Früherer Betreiber der Ederseebahn will Millionenprojekt ohne Zuschüsse realisieren

Eine Seilbahn zum Herkules: "Könnten morgen anfangen"

Hat die Seilbahn zum Edersee gebaut und will jetzt hoch hinaus zum Herkules: Achim Wickmann. Foto:  Siemon

Kassel. Der Kasseler Immobilienkaufmann Achim Wickmann (77) will eine Seilbahn zum Herkules bauen. Das klingt wie eine Schnapsidee, hat aber Hand und Fuß. Mit der österreichischen Firma Doppelmayr, dem Weltmarktführer im Seilbahnbau, hat Wickmann bereits baureife Pläne ausgearbeitet.

„Wenn das Projekt genehmigt würde, könnten wir morgen anfangen“, sagt Wickmann.

Die Talstation auf 249 Metern über dem Meeresspiegel wäre auf dem Parkplatz Ochsenallee in der Nähe der Endhaltestelle der Straßenbahnlinie 1. Von dort würde es Richtung Waldschule gehen und dann hinauf zum Herkulesparkplatz auf 540 Metern abbiegen. Genau 2312 Meter lang wäre die Seilbahn. Sie könnte pro Stunde 1000 Menschen nach oben befördern.

„Wenn wir für die Berg- und Talfahrt sechs Euro nehmen, haben wir die Kosten in acht bis zehn Jahren wieder drin“, sagt Wickmann. Weniger als zehn Millionen Euro soll die Bahn kosten. Weder die Stadt Kassel noch das Land Hessen müssten für das Projekt Geld in die Hand nehmen. „Das übernehmen private Investoren, mit denen Doppelmayr zusammenarbeitet“, versichert Wickmann.

Alles über den Herkules in unserem RegioWiki

Der umtriebige Geschäftsmann, der zusammen mit seinem Sohn eine Hausverwaltung betreibt, hat vor vielen Jahren schon einmal ein ähnliches Projekt realisiert. „Bei der Ederseebahn in Waldeck hat es von der Idee bis zur Inbetriebnahme nur ein Jahr gedauert“, sagt er. Seit 52 Jahren fahre die Bahn, die er geplant und gebaut habe.

Mit der Seilbahn zum Herkules beschäftigt sich Wickmann seit Jahrzehnten. Den ersten Vorstoß hat er 1967 gemacht, doch so konkret wie heute waren die Planungen noch nie. Die moderne Seilbahn sei leise, werde von der Stadt aus nicht zu sehen sein, könne privat finanziert werden und habe das Zeug zu einer eigenständigen Attraktion. Zudem werde die Verkehrsbelastung am Herkules reduziert.

Sorge um Welterbe

Bei der Museumslandschaft Hessen Kassel (MHK), die Hausherr im Bergpark ist, hat Wickmann die Pläne bereits vorgestellt. Wenn überhaupt, dann müsse das Projekt so umgesetzt werden, dass es den Welterbestatus nicht gefährde, sagt MHK-Direktor Prof. Bernd Küster. Auf jeden Fall werde die Seilbahn die Kernzone der Welterbestätte Bergpark Wilhelmshöhe kreuzen.

Küster verweist auf die Situation im Oberen Rheintal. Die zur Bundesgartenschau in Koblenz gebaute Seilbahn müsse laut Unesco-Beschluss bis zum Jahr 2026 zurückgebaut werden. Ansonsten werde der Welterbetitel aberkannt.

Achim Wickmann will trotzdem weiter am Ball bleiben. Die Seilbahn über den Rhein bei Koblenz sei unübersehbar, eine Bahn quasi von hinten zum Herkules damit nicht vergleichbar.

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.