Sein großer Traum ist Rio

Querschnittsgelähmter Markus Häusling nimmt bei WM in Kanada teil

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Nimmt an den Paratriathlon-Weltmeisterschaften in Kanada teil: Der JVA-Beamte Markus Häusling.

Kassel/Breuna. Ein Justizvollzugsbeamter im Rollstuhl? Für die Inhaftierten des Gefängnisses in Wehlheiden gehört das zum Alltag. Der 43-jährige Markus Häusling, der in der Justizvollzugsanstalt Kassel I arbeitet, ist seit Ausbruch einer Autoimmunkrankheit im Jahr 2005 querschnittsgelähmt. Davon hat er sich aber nicht unterkriegen lassen. Weder beruflich noch sportlich.

In den nächsten Tagen nimmt er an den Paratriathlon-Weltmeisterschaften in Kanada teil.

Davon ist auch Justizministerin Eva Kühne-Hörmann (CDU) beeindruckt: Häusling meistere trotz seiner Behinderung mit Tatkraft und Zuversicht sein Leben. Gerade auch für Gefangene sei er ein hervorragendes Beispiel dafür, zu was Menschen in der Lage sind zu leisten, auch wenn sie ein schwerer Schicksalsschlag ereilt habe.

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Erst kürzlich hat Häusling in Hamburg die Marathonstrecke von gut 42 Kilometern mit seinem Hand-Bike in einer Stunde und 13 Minuten absolviert und sich bei den Deutschen Meisterschaften beim ITU Worldtriathlon den Titel gesichert. Mit einer erfolgreichen Teilnahme bei der Weltmeisterschaft in Edmonton/Kanada – hier möchte er unter die Top 6 fahren - will sich Häusling seinen großen Traum erfüllen. Die Teilnahme an den Paralympics 2016 in Rio de Janeiro.

Für den Justizvollzugsbediensteten war es ein schwerer Schicksalsschlag. Bis zum Ausbruch der Krankheit war er aktiver Fußballer und Jugendtrainer. Markus Häusling ist verheiratet und hat zwei Söhne. Bis zum Ausbruch der Krankheit trainierte er mit ihnen und spielte Fußball.

Mit Fortschreiten der Krankheit suchte Markus Häusling etwas, was er vor seinen Rollstuhl spannen konnte und schaffte sich ein Vorspannbike an, um sich sportlich zu betätigen. 2008 nahm er am ersten Marathon teil und fuhr die Strecke in zwei Stunden und neun Minuten. Heute schafft der 43-Jährige die Strecke in knapp der Hälfte der Zeit.

Training nach der Arbeit

Zurzeit trainiert Markus Häusling zwei bis vier Stunden am Tag, nach der Arbeit in der JVA. Sein Lebensmotto: „Das Leben ist nicht immer gerecht, aber jeder kann es für sich wieder gerecht machen.“ Und diese Lebenseinstellung versucht er auch den Gefangenen zu vermitteln, mit denen er tagtäglich zu tun hat. Denn auch die Haft sei eine Art von Behinderung. In der JVA Kassel I ist der Beamte für den Arbeitseinsatz der Gefangenen zuständig.

Seit 2013 ist der Justizvollzugsbeamte Mitglied der Deutschen Paratriathlon-Nationalmannschaft. Zu seinen sportlichen Erfolgen sagt Markus Häusling: „Ich bin bis dahin zufrieden.“ Aber nur bis dahin: Jetzt gilt es aber erst einmal, eine gute Platzierung in den kommenden Tagen in Edmonton bei der Weltmeisterschaft einzufahren, damit der Justizvollzugsbeamte sein großes Ziel erreichen kann: die Teilnahme an den Paralympics in Rio de Janeiro. (use)

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