Thorsten Seitz ist leidenschaftlicher Autoschrauber und hat sein Hobby zum Beruf gemacht

Seine Liebe gilt den Fords

+
Kult in England: Der Ford Escort ist in Deutschland wenig verbreitet. Links ein Blick in den Motorraum mit den zwei Vergasern.

Gudensberg. Thorsten Seitz liebt seine Frau Sonja und seine Fords. Der 39-jährige Madener, das liegt bei Gudensberg im Schwalm-Eder-Kreis, hat sich ganz und gar seinen Autos verschrieben.

„Das funktioniert nicht in jeder Ehe, aber wir haben uns arrangiert“, sagt der Kfz-Mechaniker. Dabei lehnt er mit einer Harley-Davidson-Jacke an einem seiner Schmuckstückchen. Genauer gesagt Schmuckstück. Denn an die originalen 44 Pferdestärken des Ford Escort 1100L, Baujahr 1972, erinnert im Motorraum kaum noch etwas.

Mehr als 160 PS leistet der neue Motor mit zwei Vergasern, Rennsport-Nockenwelle und vielem mehr. Original Ford Escort RS2000: Denn in dieses Kraftpaket hat er den 1100L verwandelt. Viele Hundert Arbeitsstunden verbrachte er in seiner Werkstatt und fast ebenso viele auf Gebrauchtwagenmärkten in England. „Dort hat das Auto Kultstatus, gerade in der Ford-Szene.“

Nach England reist Thorsten Seitz natürlich standesgemäß mit einem Ford Transit Baujahr 1963 oder mit seinem Ford Taunus 17M aus dem Jahr 1965. Beide haben eine Straßenzulassung, und es passen erheblich mehr Ersatzteile in die Autos als in seinen kleinen Ford. Eigentlich müsste es Ford Escorts heißen – Plural also –, denn seine Frau Sonja fährt ebenfalls einen, der ist sogar noch ein Jahr älter und hat zwei Türen mehr.

„Die zwei gehören zusammen. Und petrolblau musste ihrer sein, keine andere Farbe kam infrage“, erinnert sich Thorsten Seitz. Bis dahin war sie einen uralten Mini gefahren. Die Liebe zu englischen Autos teilen beide. Sonjas Ford war in seinem früheren Leben ein Rallye-Wagen. Das Innenleben, Fahrwerk und vieles mehr wanderten in Thorstens Schätzchen und umgekehrt. Überhaupt hat Thorsten Seitz seinen Ford komplett zerlegt.

„Ich hatte jede Schraube wenigstens einmal in der Hand.“ Neuer als neu, nennt der passionierte Schrauber das. „Besser als vom Band“, sagt er und grinst verschmitzt. Warten auf den Frühling Derzeit ist Seitz mit einem Ford Sierra unterwegs und kann es kaum erwarten, dass der Frühling kommt: „Im Winter wird geschraubt, und den Rest des Jahres fahren wir mit unseren Escorts auf Ford-Treffen.“

Ab und an kommt auch mal ein anderer Ford zum Zug. So zehn müssten es sein, schätzt Thorsten Seitz. Mehrere Busse, insgesamt vier Escorts, zwei neuere Fiestas, einen Taunus 17M und andere. Wie ein Fremdköper, aber doch wunderschön, sticht da sein Audi 60, Baujahr 1968, aus den Fords heraus. „Mit diesem Auto fing alles an“, sagt Seitz. Vater und Opa hatten einen, er sei quasi mit einem Audi 60 aufgewachsen.

Die Leidenschaft zu alten Autos erwachte, als er Mitte der 90er-Jahre einen roten Audi 60 bei einem Händler sah. Die Schrauberei ist dann schnell zur Leidenschaft geworden, mit der er auch seine Freunde angesteckt hat. „Fast alle in meinem Bekanntenkreis fahren jetzt alte Autos.“ Thorsten Seitz wechselte den Arbeitgeber: von einem großen Automobilkonzern zu einer Restaurationswerkstatt. „Ich bin eben konsequent. Ich habe mein Hobby zum Beruf gemacht.“

Von Damai D. Dewert

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.