Schneefall in Kassel: Seitenstraßen blieben weiß

Heckerstraße im Schnee: Weil sich der Winterdienst auf das Räumen der Hauptstraßen konzentriert hat, blieb der Neuschnee in vielen Seitenstraßen bis zum Mittag liegen. Fotos: Schachtschneider

Kassel. Der Schnee kam, das Chaos nicht. Wie erwartet hat es in der Nacht zum Montag kräftig geschneit. Die Winterdienste waren schon früh unterwegs, um die Straßen zu räumen. Zumindest auf den Hauptstrecken hatten sie den Schnee im Griff.

Um 4 Uhr rückten die Stadtreiniger aus, die für den Winterdienst in der Stadt Kassel zuständig sind. Um elf statt zehn Fahrzeuge einsetzen zu können, rüsteten die Mitarbeiter sogar einen Kranwagen mit einer Streuvorrichtung aus, sagte Pressesprecherin Birgit Knebel.

Wegen des starken Schneefalls mussten sich die Stadtreiniger allerdings auf die 460 Kilometer verkehrswichtiger Strecken konzentrieren. In den Seitenstraßen blieb der Schnee deshalb bis zum Mittag liegen. „Es war sehr viel Schnee auf einmal“, sagte Knebel. Das erkläre auch, warum sich der Schnee zwischenzeitlich selbst auf Verkehrsadern wie der Frankfurter Straße gesammelt habe. Die Räumfahrzeuge brauchten zwei bis drei Stunden, um ihre Tour zu beenden.

Verspätungen bei Bussen

Fast 100 Mitarbeiter hatten die Stadtreiniger im Einsatz, darunter sieben Teams, die sich um die 103 Straßenbahnhaltestellen kümmerten. Laut KVG-Sprecherin Heidi Hamdad hatte der Schneefall kaum Auswirkungen auf Busse und Bahnen: „Wir sind noch gut weggekommen.“ Lediglich die Busse der Linie 19 hätten an Steigungsstrecken am Jungfernkopf Probleme gehabt. Dadurch waren sie fast 20 Minuten verspätet.

Auch im Altkreis Kassel hatten die Winterdienste den Schnee weitgehend im Griff. „Wir waren vorbereitet“, sagte der Leiter der Straßen- und Autobahnmeisterei in Gudensberg, Helmut Richter. Dass der Schneefall erst nach 5 Uhr richtig einsetzte, habe aber im Berufsverkehr für Verzögerungen gesorgt. „Das passiert, wenn wir nicht genug Vorlaufzeit haben, um alle Strecken zu räumen“, erklärte Richter.

Der Verkehr geriet unter anderem auf der Autobahn 7 wegen einer geschlossenen Schneedecke ins Stocken. Die Autofahrer hätten sich aber den Verhältnissen entsprechend verhalten, sagte Richter.

Die Notaufnahmen der Krankenhäuser mussten wegen des Wetters einige Fußgänger behandeln, die auf glatten Wegen gestürzt waren. Die Verletzungen beschränkten sich aber auf Verstauchungen, Zerrungen und Prellungen, sagte Pressesprecherin Gisa Stämm vom Klinikum Kassel. Ähnliches berichteten die Notaufnahmen des Rot-Kreuz- und des Elisabeth-Krankenhauses. Die Patienten gingen nach der ambulanten Versorgung wieder nach Hause.

Dass die Stürze auf den Gehwegen insgesamt glimpflich verlaufen sind, bestätigt auch Dr. Werner Weißenborn. Der Unfallarzt hatte in seiner Praxis im Forstfeld deutlich mehr zu tun als an normalen Tagen. Aber auch er musste keine schweren Verletzungen behandeln.

Von Marcus Janz

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