Geld und Schmuck geraubt

Nach SEK-Einsatz an Goethestraße: Hintergründe liegen im Dunkeln

Kassel. Nach dem Großeinsatz der Polizei samt Spezialeinsatzkommando an der Goethestraße am Mittwochnachmittag sind die beiden Tatverdächtigen weiterhin flüchtig. Doch sind mittlerweile einige Details bekannt geworden.

Aktualisiert um 18.20 Uhr

In dem schmucken Jugendstilhaus an der Goethestraße/Ecke Querallee ist wieder Ruhe eingekehrt. Nichts zeugt mehr von dem großen Polizeieinsatz mit SEK-Spezialkräften am Mittwoch. Unter den Hausbewohnern sind die Vorfälle aber auch am Tag danach noch Gesprächsthema Nummer 1.

Wie berichtet, war in einer Wohnung im vierten Stock am Nachmittag ein Streit eskaliert. Zwei Männer waren in die Wohnung gekommen und hatten einen 20-Jährigen aus Kaufungen und seine 22-jährige Bekannte aus Kassel bedroht.

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Wie sich bei der Befragung der Opfer am Mittwochabend herausstellte, hatten die Täter den 20-Jährigen aufgefordert, ihm Geld und seine am Arm getragene silberne Panzerkette zu geben. Dabei hielten sie ihm ein Messer und eine Schusswaffe vor. Nachdem der junge Mann sein Armband und 200 Euro ausgehändigt hatte, ergriff er - offenbar in Todesangst - die Flucht. Er kletterte auf den angrenzenden kleinen Balkon der Nachbarwohnung und balancierte dann in 20 Metern Höhe über einen Mauervorsprung auf den weiter entfernten großen Balkon der Nachbarwohnung. Die beiden Angreifer verließen dann, wie die 22-Jährige gegenüber der Polizei schilderte, die Wohnung mit ihrer Beute.

Wie berichtet, musste das 20-jährige Opfer dann fast zwei Stunden auf dem Balkon ausharren. Weil die Bewohnerinnen der zum Balkon gehörigen Wohnung nicht da waren, musste erst ein Schlüssel organisiert werden.

Die 49-jährige Mieterin ist heilfroh, dass sie zum Tatzeitpunkt nicht da war. Sie hat an ihrer Wohnungstür Einbruchsspuren entdeckt - abgesplittertes Holz und Hebelspuren. Sie vermutet, dass die Täter versucht haben, in die Wohnung einzudringen, weil sie den 20-Jährigen auf dem Balkon erwischen wollten. „Wenn die einfach geklingelt hätten, hätte ich womöglich sogar aufgemacht und dann zwei bewaffneten Männern gegenübergestanden,“ sagt die Bewohnerin.

Fotos: SEK-Einsatz im Vorderen Westen

Einsatz von Spezialeinsatzkommando im Vorderen Westen

So ähnlich war es den beiden Opfern gegangen. Sie hatten sich gegen 16 Uhr in der Wohnung ihrer Bekannten aufgehalten. Als es klingelte und sich ein Mann mit dem Namen Nino meldete, ließ die 22-Jährige zwei Männer herein. Sie dachte, es seien Freunde der eigentlichen Bewohner.

Warum die Männer gezielt die Wohnung in dem Mehrfamilienhaus aufsuchten, ist nach Angaben der Polizei noch nicht abschließend geklärt. In der Nachbarschaft hieß es gerüchteweise, dass dabei Drogengeschäfte eine Rolle gespielt haben könnten. Dazu gab die Polizei keine Auskunft. Nach den beiden Tatverdächtigen wird unterdessen weiter mit Hochdruck gefahndet.  (rud)

Video von Mittwoch: SEK-Einsatz in Kassel

Rubriklistenbild: © Fischer

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