25 Jahre Biomarkt Greger: Selbst Prinz Charles war da

Hoher Besuch: Am 12. Mai 1997 war Prinz Charles (Mitte) zu Besuch im Bioladen von Hans-Georg Greger (links). Professor Hardy Vogtmann (rechts) hatte das Treffen organisiert. Foto: privat / nh

Kassel. Hans-Georg Greger gehört zu den wenigen Menschen in Kassel, die sich schon mal mit Prinz Charles unterhalten haben. Gar nicht steif und auch kein bisschen sonderbar sei der britische Thronfolger. Ganz im Gegenteil.

„Der war total nett, sehr gut informiert und ausgesprochen freundlich“, sagt Greger. Der Besuch des Prinzen in seinem Laden, dem damaligen Wilhelmshöher Schmanddibben an der Kunoldstraße, war einer der Höhepunkte der Unternehmensgeschichte. Jetzt feiert der Biomarkt Greger sein 25-jähriges Bestehen. Das Treffen mit Prinz Charles im Mai 1997 war quasi der Ritterschlag für eine aufstrebende Branche. „Anfangs haben ja in erster Linie überzeugte Grüne Bioprodukte gekauft“, erinnert sich Greger. Der 58-Jährige hat in Witzenhausen ökologischen Landbau unter anderem bei den Professoren Hardy Vogtmann und Engelhard Boehncke studiert. Die haben dann später den Öko-Prinzen nach Kassel geholt.

Das Schmanddibben (Goethestern) und der Biomarkt Greger haben die gleichen Wurzeln. „Als wir damals die Chance hatten, den ehemaligen Plus-Markt an der Wilhelmshöher Allee zu übernehmen, habe ich das zusammen mit meiner Frau gemacht“, sagt der vierfache Vater. Sein Ziel sei es immer gewesen, das gesamte Sortiment eines Lebensmittelgeschäftes anzubieten. Deutschlandweit habe man zu den Ersten mit Biofleisch im Sortiment gehört. Die Kooperation mit der Bio-Metzgerei Armbröster funktioniert vom ersten Tag bis heute. Zu den Weggefährten gehören auch das Gut Kragenhof, der Brotgarten und der Eschenhof.

Auf die Frage, was sich in den vergangenen 25 Jahren verändert hat, fällt Hans-Georg Greger eine ganze Reihe von Antworten ein. Auf der einen Seite sei man in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Er sieht aber die Gefahr, dass durch Massenproduktion für Discounter die Qualität leidet. Man wolle ja bewusst Menschen ansprechen, die keine Lust auf wässrige Möhren und geschmacksneutrale Äpfel hätten. Greger hat vor 25 Jahren mit vier Mitarbeitern angefangen, heute sind es 22 - einige davon in Teilzeit. Alle sind fest angestellt. Jeder von ihnen kann den Kunden sagen, wo die Produkte herkommen.

Gegenbesuch

Ein Jahr nach dem Treffen in Kassel gab es übrigens einen Gegenbesuch auf dem Landgut von Prinz Charles nördlich von London. Der Prinz persönlich habe die Gruppe geführt. Viele der Anregungen aus Nordhessen habe er umgesetzt. Auch einige Ideen zur Vermarktung von Bioprodukten. Dazu hatte er sich eingehend im Schmanddibben mit Hans-Georg Greger unterhalten.

Von Thomas Siemon

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