Wehlheider setzen auf Besucherrekord während der Festwochen – mit der Kirmes wird das auch klappen

Selbstbewusst und kämpferisch - Wehlheider setzen auf Besucherrekord während  Festwochen

Beliebter Treffpunkt vor dem Wochenende: Jeden Freitagvormittag findet auf dem Wehlheider Platz der Wochenmarkt statt. Fotos:  Koch

Kassel-Wehlheiden. Eins kann man den Wehlheidern nicht nachsagen: Dass sie kein Selbstbewusstsein hätten. Und so verwundert es nicht, dass als Vorwort des zweiwöchigen Festprogramms folgender Text von Ortsvorsteher Norbert Sprafke, der auch Beauftragter für die Feierlichkeiten ist, formuliert wurde:

„Mit dem Bewusstsein, dass Alt-Cassel erst durch den Beitritt von Alt-Wehlheiden zur Großstadt und zu Kassel wurde, gestaltet Wehlheiden seinen Beitrag zum Festprogramm.“ Zudem gibt es gleich noch eine kecke Anmerkung in Richtung der Nachbarn: Nicht nur das heutige Wehlheiden, sondern auch Teile des Vorderen Westens, der Südstadt und von Bad Wilhelmshöhe zählten einst zu Alt-Wehlheiden.

Norbert Sprafke

Keine Frage, dass die selbstbewussten Wehlheider felsenfest davon überzeugt sind, dass ihr Stadtteil jener sein wird, der die meisten Besucher aus anderen Stadtteilen während der Festwochen begrüßen kann. Das wird wohl auch so eintreffen. Denn einmal im Jahr, zwei Wochen nach dem Zissel, kommt ohnehin die halbe Stadt nach Wehlheiden: Wenn hier die große Kirmes gefeiert wird. Und die 65. Auflage dieses beliebten Volksfests gehört eben zum Wehlheider Festprogramm.

„Wir wollen allerdings während dieser zwei Wochen auch zeigen, dass Wehlheiden nicht nur die Kirmes, sondern viele andere Facetten zu bieten hat“, sagt Sprafke. Ein großes Vereinsleben (die Turngemeinde Wehlheiden ist 145 Jahre alt) sowie auch viel Kunst und Kultur. Anlässlich der Jubiläumswochen werden vier Ausstellungen eröffnet.

Es sollen aber auch andere Seiten, die den Stadtteil prägen, präsentiert werden: Die Justizvollzugsanstalten Kassel I und II, die für viele einfach nur das Wehlheider Gefängnis sind. An insgesamt sechs Terminen können Interessierte - nur nach Voranmeldung - an einer Führung durch eines der beiden Gefängnisse teilnehmen.

Traditionell: Der Kirmeszug wird von dem Dorfpolizisten Erich Kühn angeführt. Archivfoto:  Fischer

Dass zwei sehr große Gefängnisse am Rande des Park Schönfelds liegen, das stört die Wehlheider nicht. Allerdings können sie sehr hartnäckig und eigensinnig werden, wenn es um ihre Wünsche und Belange geht. So kämpften sie vor 30 Jahren dafür, dass ein Wochenmarkt auf dem Wehlheider Platz eröffnet wird. Mittlerweile ist dieser nicht mehr wegzudenken.

Engagiert setzten sich die Bürger vor Jahren zum Beispiel auch für den Erhalt der Kindertagesstätte an der Friedensstraße ein, die mittlerweile zu einem Familienkompetenzzentrum expandiert ist. Und die Mieter der Belgischen Siedlung kämpfen nun dafür, dass die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben ihre Häuser nicht verkauft. Ein Stadtteil mit vielen eigenwilligen Kämpfernaturen.

Von Ulrike Pflüger-Scherb

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