Kasseler Gruppen präsentierten sich bei Informationstag auf dem Friedrichsplatz

Selbsthilfe kann viel bewirken

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Großes Angebot in der Region: Die Teilnehmer des Kasseler Selbsthilfetages als Vertreter von 250 Gruppen ließen Luftballons auf dem Friedrichsplatz steigen.

Kassel. Beim Kasseler Selbsthilfetag präsentierten 39 Gruppen auf dem Friedrichsplatz ihre Arbeit. Zur Eröffnung des Informationstages ließen Teilnehmer und Gäste 39 Luftballons steigen.

Die jährliche Veranstaltung, die nur in den documenta-Jahren aussetzt, wurde organisiert von KISS, der Kontakt- und Informationsstelle für Selbsthilfegruppen. Schlafstörungen, Diabetes, Alkoholismus oder Depressionen - das Angebot war umfangreich. An den Ständen der einzelnen Gruppen hatten Menschen die Gelegenheit, unabhängige und nicht-kommerzielle Informationen zu Krankheiten und den Möglichkeiten der Selbsthilfe einzuholen.

„Ob praktische Ratschläge, Tipps zu Ärzten oder persönliche Erfahrungsberichte - oftmals hilft es kranken Menschen, sich mit anderen Betroffenen über lebenspraktische Dinge auszutauschen“, sagt Carola Jantzen, Leiterin von KISS und Organisatorin der Veranstaltung. Stadträtin Anne Janz, Dezernentin für Gesundheit, eröffnete die Veranstaltung und hob das große Selbsthilfeangebot der Region mit insgesamt 250 Gruppen hervor. Sie gab aber auch zu bedenken, dass ein so umfangreiches Angebot keine Selbstverständlichkeit sei. „Die Selbsthilfe hat in den vergangenen 20 Jahren eine enorme Aufwertung erfahren, doch war es ein langer Weg bis zur heutigen gesellschaftlichen Akzeptanz“, sagte Janz.

Ähnlich sieht es Dr. Karin Müller vom Gesundheitsamt: „Auch bei mir dauerte es lange, bis ich an das Konzept der Selbsthilfe glaubte, nun jedoch bin ich restlos davon überzeugt. Man sollte niemals die psychologische Komponente einer Krankheit vergessen.“ Da könne der Kontakt zu anderen Betroffenen oftmals mehr bewirken als der Besuch beim Arzt. (pee)

www.selbsthilfe-kassel.de

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