Gewinne eines von drei Ahle-Wurscht-Paketen

Im Selbstversuch: Das passiert, wenn du einen Tag lang nur Ahle Wurscht isst

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Acht Ahle Würste hat sie probiert und insgesamt 2400 Kalorien und 5,7 Liter Wasser zu sich genommen: Rebekka Knoll hat den Selbstversuch gemacht.

24 Stunden lang hat sich unsere Autorin ausschließlich von der nordhessischen Spezialität ernährt. Hier erfahrt ihr, warum ihr das auch ausprobieren solltet – und wie ihr eines von drei Ahle-Wurscht-Paketen gewinnt.

Nordhessen schmeckt nach Ahler Wurscht: würzig, pfeffrig, weich und ziemlich fettig. Beides macht süchtig – und Durscht. Die Ahle ist Heimat zum Reinbeißen, zum Mitnehmen und Verschenken. Als ich zum Studium wegzog, gaben mir Eltern und Oma gern eine mit in die Ferne. „Dos schmegget.“ Wer eine Ahle Wurscht dabei hat, ist nicht ganz aus der Welt – eine lange Stracke kann sogar Bayern oder Berlin mit Nordhessen verbinden. Zurück in der Heimat, als Redakteurin der HNA, kann ich mein Glück kaum fassen, als ich diesen Selbstversuch genehmigt bekomme: Einen Tag lang darf ich 

nur Ahle Wurscht essen! Morgens, mittags, abends – 24 wunderschöne Stunden lang. „Wer den ganzen Tag ausschließlich Ahle Wurscht isst, kann schon mal Bauchzwicken bekommen“, gibt Katharina Koch von der Landfleischerei Koch in Calden zu bedenken. Genau wie bei anderen Lebensmitteln sollte man es nicht maßlos übertreiben. Zwar habe ich große Lust, es maßlos zu übertreiben, aber sie hat recht. Ich höre lieber auf ihre Tipps. Und so wird aus einem Ahle-Wurscht-Tag ein herrliches Erlebnis.

Hier seht ihr den Selbstversuch im Video:

Und hier lest ihr die ganze Geschichte:

1. Der Vormittag: Starte mit weicheren, milderen Würsten

Um 7.20 Uhr will ich frühstücken – doch noch kann ich kein Fleisch essen. Es bleibt bei einem Kaffee. Der Wunsch, zur Wurst zu greifen, kommt erst eine Stunde später – jetzt aber schlagartig. „Morgens sollte man eine Ahle essen, die noch nicht so lange gereift ist“, rät Koch. Diese Würste seien milder. Ich entscheide mich für eine weiche Runde, die mit Kasseler Stadthonig verfeinert wurde. Richtig lecker finde ich sie nicht, der süße Beigeschmack ist gewöhnungsbedürftig. Aber ich hab Hunger und esse trotzdem fast die Hälfte auf. Danach bin ich satt und glücklich.

Ahle Wurscht zum Frühstück: Bereit ist der Magen unserer Autorin erst nach acht Uhr.

Erst gegen 11 Uhr habe ich wieder Appetit. Jetzt probiere ich eine Fenchelwurst. Erfrischend und perfekt für Zwischendurch. Neben meiner Tastatur stapeln sich Servietten. Ich versuche, meinen Selbstversuch zu dokumentieren, und hinterlasse dabei auf Smartphone, Maus und Telefon Fettflecken. So oft wie heute habe ich mir noch nie die Hände gewaschen.

2. Der Mittag: Vergiss nicht, genug zu trinken

Ganz wichtig: Genug trinken, schließlich macht Ahle Wurscht Durst.

Ahle Wurscht macht Durst. „Besonders gut passen dazu Bier und Wein“, sagt Koch, doch nichts davon wollte ich mir an der Arbeit auf den Schreibtisch stellen. Ich bleibe bei Wasser, bis zum Mittag hab ich bereits zwei Liter getrunken. Um 13.20 Uhr habe ich wieder Hunger – aber keinen Heißhunger. Ich greife zu einer sechs Wochen gereiften Wurst. Sie ist mild und lecker, nur die Schale ist etwas widerspenstig. Außerdem probiere ich eine luftgetrocknete Runde – die mir allerdings etwas zu fettig und fad ist. Danach fühlt sich mein Bauch schwer an, aber er zwickt nicht. 

3. Der Nachmittag: Keine Sorge, Ahle Wurscht macht lange satt

Normalerweise hab ich um diese Zeit mein Nachmittagstief, doch heute bin ich um 16.30 Uhr konzentriert, fit und richtig gut gelaunt. Vielleicht liegt das am Verzicht auf Zucker und Kohlenhydrate, die den Blutzuckerspiegel schnell ansteigen und abfallen lassen. Ahle Wurscht hat laut Koch pro 100 Gramm nur 0,2 Gramm Zucker und unter 0,5 Gramm Kohlenhydrate – dafür aber 25 Gramm Fett und 15,8 Gramm Eiweiß. „Ahle Wurscht ist praktisch“, sagt Koch. „Sie macht lange satt.“ Und sie schmeckt mir noch immer. Ich probiere etwas von der Kümmelwurst und mag den dezenten Geschmack des Gewürzes. Ich bin euphorisiert. Um 17 Uhr spiele ich mit dem Gedanken, einen Ratgeber zu schreiben: „Die Ahle-Wurscht-Diät“ könnte er heißen oder auch „Ahle Wurscht for life – Glücklich werden in 24 Stunden.“

Erst gegen Abend schiele ich auf die Naschereien meiner Kollegen. Etwas Süßes, Saftiges, Lockerleichtes wäre schon nett – aber dann schneide ich mir einfach was von der geräucherten Stracke aus Melsungen ab und vergesse, dass man auch etwas anderes essen könnte. Ich gehe zum Sport – und fühle mich fitter und ausdauernder denn je. Ich denke schon an den Folgeband, „Ahle Wurscht for fit“ könnte er heißen, und mache hoch motiviert noch ein paar Sit-ups.

Süßes am Nachmittag gibt es heute nicht: Rebekka Knoll greift zu einer luftgetrockneten Runden.

4. Der Abend: Umso später der Tag, desto deftiger die Ahle Wurscht

Im Laufe des Tages könne man zu länger gereiften Würsten greifen, sagt Koch. Je länger eine Wurst gehangen hat, desto fester und würziger ist sie. „Das ist wie bei Schinken oder gutem Wein“, erklärt die Fleischerin. Schon ein kleines Stück einer richtig ahlen Wurscht entfaltet einen intensiven Geschmack. 

Die sechs Monate gereifte Stracke habe ich mir daher für den späteren Abend aufgehoben: Ich bin bei einer Freundin, es gibt Federweißer – und die Wurst schmeckt deftig, fest und lecker. Es ist die Beste von allen. Später probiere ich noch den Feldkieker mit Pfeffer, Salpeter, Muskat und Koriander. Die Gewürze schmeckt man zwar nicht heraus, aber die Wurst wird dennoch leckerer, umso mehr ich davon esse.

5. Jederzeit: Brate die Ahle an – allerdings nicht im Mietshaus

Um 23.50 Uhr bin ich zu Hause und wirklich satt. Doch einen Tipp von Katharina Koch hab ich noch nicht beherzigt: „Lecker ist es auch, Ahle Wurscht anzubraten.“ Also: Pfanne raus, die Wurst in Stücke schneiden und Dunstabzugshaube an. Es dauert nicht lang und schon breitet sich ein wunderbarer Duft in meiner Wohnung aus. Was ich nicht sehe: Transportiert wird er von dichtem Rauch. Dieses Experiment solltet ihr nur nachmachen, wenn ihr eine bessere Dunstabzugshaube besitzt als ich – oder ganz allein im Wald wohnt: Die Wurst ist gerade fertig, als ein schriller Pfeifton durch das ganze Mietshaus heult. Der Rauchmelder hat mich, und wahrscheinlich alle meine Nachbarn, noch einmal richtig wachgerüttelt. Doch es hat sich gelohnt: Angebratene Ahle Wurscht ist köstlich. Sie ist der perfekte, krönende Abschluss für einen wunderschönen Tag.

Fazit: Ich würde es jederzeit wieder tun

Für die lieben Kollegen: Übrig gebliebene Stücke wurden beschriftet.

Diesen Tag werde ich niemals vergessen – ich war satt, konzentriert, fit und euphorisch. Gut, am nächsten Tag bin ich von Magenschmerzen aufgewacht und brauchte ein paar Gläser Wasser, bis es besser ging. Und doch kann ich mit voller Überzeugung sagen: Ich würde ich es jederzeit wieder tun.

Der Ahle-Wurscht-Tag in Zahlen

  • 290 Kalorien beinhalten 100 Gramm Ahle Wurscht – ungefähr jedenfalls. Schließlich ist jede Ahle Wurscht etwas unterschiedlich. 
  • 830 Gramm Ahle Wurscht habe ich innerhalb von 24 Stunden gegessen (und jedes Gramm genossen.) 
  • 2400 Kalorien habe ich dabei insgesamt zu mir genommen. Damit liege ich leicht über meinem Tagesbedarf. Rechnet man allerdings auch die Stunde Sport mit ein, die ich gemacht habe, liege ich etwa 200 Kalorien unter meinem Bedarf. 
  • 5,7 Liter Wasser habe ich getrunken. Auch hier darf man allerdings nicht vergessen, dass ich Sport gemacht habe – und dass es an diesem Tag sehr heiß war.

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