Uni sieht Gefahr durch Verkehr in Moritzstraße - Stadt bleibt bei halbseitiger Regelung

Senat fordert Vollsperrung

Einspurig an der Baustelle vorbei: Der Uni-Senat fordert eine Vollsperrung der Moritzstraße. Links entsteht das neue Hörsaalgebäude der Uni. Foto: Koch

Kassel. Der Senat der Universität Kassel fordert die Stadtverwaltung auf, die Moritzstraße entlang der Großbaustelle auf dem Campus für den Verkehr zu sperren. Ein entsprechender Beschluss wurde am Donnerstag gefasst. Das Uni-Parlament befürchtet, dass durch die Behinderungen des Baustellenverkehrs das neue Hörsaal-Zentrum sonst nicht rechtzeitig fertig wird. Außerdem fürchtet das Gremium um die Sicherheit der Fußgänger und Radfahrer im Baustellenbereich.

Bislang ist entlang der Baustelle - gearbeitet wird derzeit an der Zentralmensa und der Baugrube für das Hörsaal-Zentrum - eine Fahrspur gesperrt. Die Stadt lehnt eine dauerhafte Vollsperrung ab, weil die Moritzstraße, auf der 9500 Fahrzeuge pro Tag verkehrten, ein wichtige Verbindungsfunktion habe. Zudem müsse man auch die Interessen des Stadtteilbewohner berücksichtigen. Der Ortsbeirat hatte sich gegen eine Vollsperrung ausgesprochen.

Bei einem Treffen Ende Oktober hatten sich die Stadt Kassel und das Hessische Baumanagement (hbm), das ebenfalls eine Vollsperrung für praktikabler hielt, auf eine Kompromisslösung geeinigt: Zunächst die halbseitige Sperrung, ab Januar 2012 bis Juni 2013 eine Einbahnstraßenregelung in Fahrtrichtung Mönchebergstraße. Dabei gebe es in dringenden Fällen die Möglichkeit kurzzeitiger Vollsperrung von bis zu zwei Wochen. An diesem Abstimmungsgespräch habe die Universität trotz Einladung nicht teilgenommen, sagt Stadtsprecherin Petra Bohnenkamp.

Der Senat der Hochschule stellt den planmäßigen Baufortschritt und die Sicherheit der Fußgänger an oberste Stelle. Schon jetzt sei die Verkehrssituation an der Moritzstraße problematisch, heißt es in dem einstimmig gefassten Beschluss des Uni-Parlaments. Im Zuge des Baufortschritts sei damit zu rechnen, dass sich die verkehrlichen Probleme und Einschränkungen im Straßenraum noch erheblich ausweiten. Tausende von Studenten und Mitarbeitern der Hochschule müssten die Straße täglich überqueren. Auch da sich auf der dem bisherigen Campus gegenüberliegenden Seite der Moritzstraße Containergebäude befinden, in denen Lehrveranstaltungen stattfinden. Wegen dieser starken Querungsfrequenz müsse die gefährliche Situation durch eine Vollsperrung schnellstens beseitigt werden.

Die pünktliche Fertigstellung des Hörsaalgebäudes Anfang 2014 dürfe nicht gefährdet werden, da ab 2013 die doppelten Abiturjahrgänge in Hessen an die Hochschulen drängen. (rud)

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