1. Startseite
  2. Kassel

Plötzlich Senatorin in Berlin: Dezernentin Ulrike Gote (Grüne) verlässt Kassel

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Christina Hein

Kommentare

Wechselt von Kassel nach Berlin: Die grüne Schuldezernentin Ulrike Gote wird Senatorin in Berlin.
Wechselt von Kassel nach Berlin: Die grüne Schuldezernentin Ulrike Gote. © dpa

Die grüne Stadträtin Ulrike Gote wechselt von Kassel nach Berlin. Dass sie wohl schon bald im Land Berlin Senatorin für Wissenschaft, Gesundheit, Pflege und Gleichstellung sein wird, kam für Ulrike Gote selbst unerwartet.

Kassel. Vergangene Woche erst hatte Kassels Stadträtin Ulrike Gote die Anfrage erreicht, ob sie für das Amt als Berliner Senatorin für Wissenschaft, Gesundheit, Pflege und Gleichstellung zur Verfügung stehe. Schon einen Tag später sollte sie sich entschieden haben

„Nach kurzer aber intensiver Überlegung und Beratung habe ich mich entschlossen anzutreten“, so Gote.

Wenn alle rot-grün-roten Koalitionäre in Berlin dem ausgehandelten Koalitionsvertrag zustimmen, steht am 21. Dezember die Regierungsbildung in Berlin an. „In der Folge würde meine Amtszeit als Stadträtin in Kassel automatisch enden“, so Gote.

Geplant hatte Ulrike Gote nicht, ihre Ämter als Dezernentin für Jugend, Bildung, Gesundheit und Chancengleichheit in Kassel so schnell – nach kaum drei Jahren – an den Nagel zu hängen. Gotes Bedauern darüber, klingt ehrlich: „Meine Arbeit als Stadträtin zu beenden, wird mir sehr schwerfallen. Ich habe Kassel und seine Bürgerinnen und Bürger in den letzten 28 Monaten schätzen und lieben gelernt.“ Aber sie sagt auch: „So ein Angebot, so herausfordernd es ist, darf man nicht ablehnen.“

Ulrike Gote selbst war für die Nachfolge von Dezernentin Anne Janz, als diese als Staatssekretärin ins hessische Sozialministerium wechselte, im Frühjahr 2019 von ihren grünen Parteifreunden für Kassel angeworben worden. Die aus Bayreuth stammende gebürtige Triererin war in Nordhessen weitgehend unbekannt, als sie im August 2019 das von den Grünen zu besetzende damalige Amt als Dezernentin für Jugend, Frauen, Gesundheit und Bildung antrat.

Es war eine ganz neue Aufgabe für die heute 56-Jährige. Studiert hatte sie Geoökologie. Von 2003 bis 2013 war sie parlamentarische Geschäftsführerin der Grünen-Fraktion im Bayerischen Landtag und anschließend Vizepräsidentin des Bayerischen Landtags.

Davon, dass Ulrike Gote nicht „von hier“ ist, war schon nach kurzer Zeit im Kasseler Rathaus nichts mehr zu spüren. Die konsequente Fahrradfahrerin hatte sich in großer Geschwindigkeit und mit Bienenfleiß in ihre Ressorts eingearbeitet und in ihrer neuen Heimatstadt, wo sie bald sattelfest und ortskundig war, gut eingelebt.

Sowohl im Bereich Schule und Bildung als auch im Bereich Gesundheit mussten in kurzer Zeit große Räder gedreht werden. Dabei war eine Überschneidung beider Ressorts besonders herausfordernd und konfliktträchtig: Corona in Schulen.

Dass Gote, anders als etwa im Landkreis Kassel, mobile Luftreinigungsgeräte in Klassenräumen abgelehnt hat und stattdessen immer wieder auf die Wirksamkeit von Stoßlüften verwies, hat ihr nicht nur Sympathien eingebracht.

Ulrike Gotes Identifikation mit Kassel war nach kurzer Zeit nicht mehr zu übersehen. Dass es ihr Plan war, in Nordhessen Wurzeln zu schlagen, darauf weist die Tatsache hin, dass sie erst kürzlich in Wehlheiden ein Haus gekauft hatte, in das die Mutter von drei erwachsenen Kindern mit ihrem Mann eingezogen war. Hier werde sie auch wohnen bleiben, sagt sie. Die fußläufige Nähe zum ICE-Bahnhof mache ein Pendeln (vorerst) möglich. (Christina Hein)

Auch interessant

Kommentare