Alte Fabrik soll Behörden- und Dienstleistungszentrum werden

Sendepause bei Salzmann: Freies Radio stellt Live-Betrieb ein

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In Trümmern: Der ehemalige Websaal der Salzmann-Fabrik ist schon zu großen Teilen abgerissen worden. Er war nach dem Krieg neu aufgebaut worden und grenzt unmittelbar an die beiden stehen bleibenden Gebäudeflügel an.

Kassel. Während hinter der Salzmann-Fabrik die Abrissbagger den ehemaligen Websaal einebnen, werden im Hauptgebäude die letzten Kisten gepackt.

Bis Montag müssen alle Kulturinitiativen die ehemalige Schwerweberei verlassen haben. Mit der Kulturfabrik und dem Freien Radio haben nun auch die zwei größten Mieter ihre Flächen geräumt. Bis 2015 will der Bad Hersfelder Eigentümer Dennis Rossing das Industriedenkmal in ein Behörden- und Dienstleistungszentrum umbauen.

Nach 15 Jahren auf Sendung verlässt das Freie Radio die Salzmannfabrik wahrscheinlich für immer. Bereits seit einigen Tagen laufen auf der Frequenz 105,8 MHz fast nur noch alte Sendungen in Dauerschleife. Die 140 aktiven Mitglieder haben den Live-Betrieb eingestellt.

Gestern war Michael Rolf dabei, noch Teile der Technik zu demontieren. Rolf ist seit dem Sendestart vor 15 Jahren beim Bürgerfunk mit von der Partie. „Ich habe das hier mit aufgebaut, jedes Kabel in der Hand gehabt, und jetzt baue ich alles wieder ab“, sagt Rolf. Melancholisch werde er wohl erst, wenn die Arbeit getan sei.

Neue Räume am Opernplatz

Für das Freie Radio wird es an anderer Stelle weitergehen. Neue Räume am Opernplatz sind in Aussicht. Wenn alles klappt, können die Radiomacher dort im November einziehen. Bis die Technik dort wieder aufgebaut sei und der Sendebetrieb wieder anlaufen könne, werde es aber sicher Dezember werden, sagt Rolf. Weil der Umzug kostenintensiv und aufwendig ist, wird es für das Freie Radio keine Rückkehr in die Salzmannfabrik geben.

Anders sind die Planungen von Oliver Leuer, Geschäftsführer der Kulturfabrik. Zwar will er für die Umbauzeit zwei Ausweichquartiere nutzen, aber anschließend will er zurückkehren. Allerdings nicht mehr an den jetzigen Ort, denn dieser solle zur Kantine für die Mitarbeiter des Technischen Rathauses umgebaut werden. Die neuen Räume der Kulturfabrik sind im ersten Geschoss mit 900 Quadratmetern vorgesehen. „Es ist aber noch unklar, ob wir uns überhaupt so viele Quadratmeter leisten können“, sagt Leuer.

Mit dem Büro des Vereins kann Leuer vorerst in den Verwaltungsflügel der Fabrik ausweichen. Als Veranstaltungsorte wird er zum einen den Kupferhammer (Leipziger Straße 407) nutzen, in dem der Club Panoptikum untergebracht ist. Für Theaterproduktionen soll seinem Kulturverein das St. Heinrichs Haus der katholischen Kunigundis-Gemeinde, Leipziger Straße 139, zur Verfügung stehen. Sämtliche bereits angekündigte Veranstaltungen sollen auf diese Orte umgelegt werden.

Viele andere Mieter der Fabrik haben noch keine Ausweichflächen gefunden.

Von Bastian Ludwig

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