Verkehr am Schloss Wilhelmshöhe macht nicht nur Älteren zu schaffen

Gefahr für Fußgänger am Bergpark: Senioren wollen Zebrastreifen

Heidemarie Schild (links) und Helga Engelke vom Seniorenbeirat Kassel wollen den Zebrastreifen am Schloss Wilhelmshöhe zurück.
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Hier kommt man nur schwer rüber: Heidemarie Schild (links) und Helga Engelke vom Seniorenbeirat wollen den Zebrastreifen am Schloss Wilhelmshöhe zurück.

Fußgänger, die vom Schlosshotel in den Bergpark Wilhelmshöhe wollen, müssen über eine viel befahrene Straße. Senioren wollen darum den Zebrastreifen zurück. Doch geht das?

Kassel – Wenn Heidemarie Schild in den Bergpark will, muss sie mitunter lange warten. Die ehemalige Lehrerin steht dann an der viel befahrenen Landesstraße auf der Seite des Schlosshotels und wartet, dass ein Auto anhält, damit sie auf die andere Seite kommt. Doch das kann dauern. „Nur die höflichen Menschen halten hier“, sagt Schild. Von denen gibt es offensichtlich nicht viele.

Seitdem der Zebrastreifen durch den Umbau 2013 wegfiel, beschweren sich immer mehr ältere Menschen beim Seniorenbeirat über die Verkehrssituation für Fußgänger. „Es sind viele Menschen, die nicht mehr sicher in den Bergpark kommen“, sagt Schild, die Beisitzerin im Seniorenbeirat ist und sich des Themas angenommen hat.

Sie wünscht sich wieder einen Zebrastreifen oder eine Fußgängerampel. Einen Zebrastreifen wird es aber wohl nicht mehr geben. Laut einem Stadtsprecher hat man sich im Vorfeld der Umgestaltung 2013 „dazu entschieden, den Bereich als Außerortslage festzulegen“. So sollte auch die Zahl der Halteverbotsschilder begrenzt werden. Schon damals sei man sich bewusst gewesen, dass Zebrastreifen „außerorts nicht zulässig sind“.

Ein Unfallschwerpunkt sei die Stelle nicht. Doch die Vorsitzende des Seniorenbeirats, Helga Engelke, fragt: „Muss erst etwas passieren, bevor man etwas ändert?“

Nicht nur ältere Menschen sind unzufrieden mit der Situation am Eingang zum Unesco-Welterbe. So liegen der Stadt zu dem Thema Anfragen der Museumslandschaft Hessen Kassel (MHK) und des Schlosshotels vor. Mit beiden Anliegern wolle man das Gespräch suchen, sagt der Sprecher.

Allerdings geht es in der Anfrage an die Stadt um die Parksituation auf der Tulpenallee, wie eine MHK-Sprecherin mitteilt. An das dort geltende Parkverbot hielten sich viele Autofahrer nicht: „Das führt teilweise zu gefährlichen Situationen für alle Verkehrsteilnehmer.“

Schild will sich trotz allem weiter für den Zebrastreifen einsetzen. Zudem klagt sie über fehlende Behindertenparkplätze. Besucher im Rollstuhl müssten weite Wege in Kauf nehmen. Laut der MHK-Sprecherin stehen Behindertenparkplätze direkt am Schloss, hinter dem Großen Gewächshaus und vor dem Marstall-Gebäude zur Verfügung. Der Seniorenbeirats-Vorsitzenden Engelke reicht das nicht: „Für Kassel ist das ein Armutszeugnis.“ (Matthias Lohr)

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