Gesundheit Nordhessen sucht nun einen Partner, der 49 Prozent der SWA übernimmt

Seniorenheime vor Verkauf

Protest-Spalier der SWA-Beschäftigten vor der Aufsichtsratssitzung: Auf dem Weg zur Sitzung sind (von links) Dieter Mehlich, Klaus Koch und GNH-Arbeitsdirektorin Birgit Dilchert. Foto: Koch

Kassel. Die Gesundheit Nordhessen Holding AG (GNH) sucht für ihre Seniorenwohnanlagen (SWA) in Kassel einen strategischen Partner aus dem Bereich des Betriebs von Altenpflegeeinrichtungen. Der Partner soll 49 Prozent der Geschäftsanteile erwerben und die Geschäftsführung übernehmen.

Das beschloss der GNH-Aufsichtsrat am Mittwoch in einer Sitzung, die von einer Protestaktion von rund 50 SWA-Beschäftigten begleitet war.

Der angestrebte Teilverkauf habe auf die Verträge mit Bewohnern und Kunden der SWA-Einrichtungen am Lindenberg und in Fasanenhof keinen Einfluss. Die Verträge bestehen weiter fort, da der Klinikkonzern in jedem Fall Hauptanteilseigner der SWA bleibe, erklärt GNH-Sprecherin Inga Eisel. In den beiden Seniorenzentren gibt es 180 Pflegeplätze, 424 betreute Seniorenwohnungen und einen ambulanten Pflegedienst.

Die Verkaufsentscheidung sei dem Vorstand der GNH und dem Aufsichtsrat nicht leicht gefallen. Aber eine langfristige Sanierung der Altenheime sei mit den Strukturen des öffentlichen Tarifrechts leider nicht möglich. Die Verluste der SWA seien hauptsächlich in nicht wettbewerbsfähigen Personalkosten begründet. Im Markt der Seniorenheime gebe es ein Überangebot. Bei zahlreichen Anbietern von Pflegeleistungen würden die Löhne bis zu 25 Prozent unter dem Lohnniveau der SWA liegen. Eine vorgeschlagene Lohnkürzung für die SWA-Beschäftigten lehnt die Gewerkschaft Ver.di ab. Der Verkauf einer Minderheitsbeteiligung der SWA an einen Partner sei eine letzte Alternative vor dem sofortigen Verkauf der Einrichtung.

Einen kompletten Verkauf verbietet derzeit ein Zukunftssicherungsvertrag zwischen GNH und den Beschäftigten des Konzerns, der bis 2015 gilt. Findet sich ein Partner, der die Minderheitsbeteiligung übernimmt, bekommt dieser die Option, nach 2015 weitere Anteile zu übernehmen.

In den vergangenen drei Jahren habe die GNH versucht, die Seniorenzentren zu sanieren. Eine Attraktivitätssteigerung der Häuser durch einen Neubau scheiterte, weil es dafür vom Land keine Fördermittel mehr gibt und die Verluste der SWA keine Investition zuließen.

Mit der Übernahme der SWA-Geschäftsführung durch einen noch zu suchenden Partner will sich der Klinikkonzern künftig auf den Betrieb medizinischer Einrichtungen konzentrieren. (ach)

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